Fujis X-Pro2 kurz und knackig

Die X-Pro2. Etwa 30 Auslösungen alt, mit einem 2,8-4/18-55

Das ist sie jetzt, die X-Pro2. Ich habe sie bisher nur kurz angetestet. Meine war übrigens wirklich brandneu.

Es wurde schon seit zwei Jahren kolportiert und spekuliert, wann sie denn nun kommt, die neue Top-Fuji. Dann ging alles Mögliche durch den Äther namens Internet. Hier mal ein paar dieser Dinge, die nicht eingetreten sind:

  • Vollfomat- aka Kleinbildsensor.
  • APS-H-Sensor, ein Sensor, dessen Größe zwischen dem APS-C- und dem Kleinbildformat liegt.
  • Entsprechend passende neue Objektive.
  • Dann: Die vorhandenen Linsen funktionieren auch mit Kleinbildsensoren.
  • Erscheinungsdatum Anfang 2014, dann Anfang -15, dann Herbst -15.
  • HD in 4K.

Das macht aber alles nichts. Es handelt sich nur um Wunschvorstellungen. 4K HD braucht derzeit noch niemand wirklich. Noch dazu, wo sich selbst HDTV zwar durchgesetzt hat, aber immer noch nicht bei allen Sendern ohne Extrakosten zu empfangen ist. Das hat insgesamt rund 10 Jahre gedauert und die jetzige Technik muss sich auch erst einmal amortisieren. Entsprechend kann man durchaus noch einige Jahre warten, bis es HD überhaupt in 4K gibt. Zumindest im Fernsehen. Das Kino ist eine andere Sache.

Ergo: Die Gerüchteseiten nähren nur die Neugierde, durch die Werbung den Betreiber und durch die Gerüchte bleiben die Leser am Ball, was auch dem Hersteller der Kamera dienen kann. Man muss das so sehen: Je früher ein Gerät in seinem Entwicklungsstadium ist, desto weniger soll der Wettbewerb darüber erfahren. Wichtig ist das vor allem, damit neue Ideen nicht geklaut und abgewandelt werden. Später, wenn das Gerät kurz vor der Produktionsreife ist, kann das auch so aussehen: Der Kunde kann es kaum erwarten, Neues von etwas zu hören. Dann kann man dort durchaus Informationsfetzen lancieren, was die Neugierde potenzieller Käufer zusätzlich anreizt und zu stärkerem Interesse führt. In der Autoindustrie sorgt man in diesem Stadium einfach dafür, dass die Erlkönigjäger etwas Interessantes vor die Kamera bekommen. Offiziell wird das niemand zugeben, aber eine gewisse Methode ist dahinter zu vermuten, wenn von neuen Automodellen mit schöner Regelmäßigkeit einige Monate vor Erscheinen irgendwo Bilder davon auftauchen; bevorzugt in der Boulevardpresse und in auflagenstarken Autozeitschriften.

Zurück zur X-Pro2. Angekündigt war sie für Mitte Februar 2016. Der ersten Kameras waren in Deutschland um den 24-26. Februar herum im Handel. Ich habe meine Kamera am 29. abgeholt; der Anruf meines Hauslieferanten kam am 26. Das heißt, dass die Fujianer ihren Zeitplan diesmal einhalten konnten. Man sollte immerhin im Kopf behalten, dass die Geräte auch erst einmal nach Deutschland transportiert werden müssen und von hier aus noch auf den Weg zum Händler gebracht werden müssen. Dann kommen noch ein paar Tage Laufzeit für Pakete etc. dazu und schon ist es zwölf Tage später.

Im Klartext: Die Lieferzeit ist diesmal kein Grund zur Unzufriedenheit.

Die Kamera selbst

Mein erster Eindruck ähnelt dem, den ich bei der Pro1 hatte. Die Verarbeitung ist gut. Es gibt nur wenig zu meckern, das man aber auf hohem Niveau ansiedeln kann. Ich hätte allerdings die Bedienknöpfe neben dem Monitor gerne wieder an der linken Seite gebabt; wegen des Nasenfetts auf dem Monitor. Mein Organ dient immerhin auch als Co-Stütze, um die Kamera ein bisschen ruhiger zu halten.

Die ISO-Einstellung im Zeitenknopf ist ein guter Gedanke für Leute, die Wert auf konstante Bildqualität lagen: Vor allem Dinge wie das immer vorhandene(wenn auch geringe) Bildrauschen sind so konstant und damit per Stapelverarbeitung korrigierbar. Manche Leute empfinden die Bedienung dadurch als schwieriger, aber es hat durchaus seine Vorteile, so vorzugehen.

Was ist anders?

Die Kehrseiten. Hier werden die Unterschiede schon sichtbar. Links ist die Neue.

Das ist vor allem die Bedienung. Die Einstellknöpfe sind größer(Belichtungskorrektur) bzw. dicker(Verschlusszeiten) geworden. Der Vorteil ist klar; die Kamera kann so mit Handschuhen etwas besser bedient werden.

Gegenüberstellung X-Pro2 vs. Pro1

Dann kann man jetzt das Verfahren der Belichtungmessung einfacher direkt beeinflussen(Separater Knopf). Die AF-Feldauswahl geht jetzt per Joystick. Das Q-Menü ist jetzt konfigurierbar. Man kann das aber so lassen; bisher erscheint mir das Voreingestellte als sinnvoll. Was davon für mich einfacher und besser ist, muss ich erst herausfinden. Auf der Frontseite kann man nun auch ein Einstellrad für den Zeigefinger finden, mit dem man die Belichtung nach Sicht um knapp eine Stufe korrigeren kann, um ein Feintuning vorzunehmen.

Was mich aber schon begeistert, ist der Autofokus, der deutlich schneller geworden zu sein scheint. Besonders mit dem 1,4/35er ist das der Fall.

Die Menüs erscheinen in einem moderneren Bild und einige unwichtige Extras wie das Aussehen derselben(farblicher Hintergrund) sind eher der Vernunft und der besseren Rechenleistung als der Sparwut anheim gefallen.

Nicht zu vergessen und auch nicht ganz unwesentlich: Der Sensor hat jetzt 24 statt 16 Megapixel im Angebot. Und wir arbeiten jetzt mit Phasen-AF.

Was ist geblieben?

Der Look der Kamera ist immer noch der selbe wie bei der Pro1. Das Ganze sieht immer noch schön archaisch aus, wenn man das so nennen will. Opas Ricoh von Neckermann kann man auch hier wiedererkennen. Eine Leica aber definitiv nicht. Ich denke auch, dass das bei Fuji gar nicht gewollt ist. Das Design der Kamera ist für heutige Zeiten auch so schon ungewöhnlich und klassisch.

Die Verarbeitung ist wie gehabt gut. Die vorhandenen Akkus(auch die Fremdakkus) funktionieren auch mit diesem Modell. Wenn man schon NP-W126er hat, kann man sofort mit einem vollen Akku loslegen, wenn man nebst Objektiv einen davon in der Tasche hat. So tat auch ich.

Was sollte man ändern?

Auch neu: Es gibt jetzt zwei Slots für die Speicherkarten.

Man kann auch die alten vorhandenen SD-Karten aus der Pro1 transplantieren. Allerdings sollte man das nicht tun; mit moderneren Karten ist die Kamera deutlich schneller. Ich habe welche mit einer Schreib- und Lesegeschwindigkeit von 150MB/Sek. eingesetzt und ich denke, dass es sich lohnt, das zu tun. Bezahlbare und gute Speicherkarten aus 2012 schafften vielleicht 40MB/Sek, wenn es die Schnelleren waren. Zudem sollte man auch den zweiten Slot benutzen. Dort ist Platz für die Sicherung der Daten, falls die erste Karte irgendwann mal defekt sein sollte. Zwei identische Karten sind allerdings zu empfehlen. Damit wird auch das nächste Upgrade sichtbar. Das ist der Kartenleser. Ich habe noch zwei Hama-Geräte für den USB2-Bus: Im Sinne der Bedienungskonstanz einen am Rechner und einen für Unterwegs in der Fototasche. Mein neuer Rechner hat auch USB3-Anschlüsse und damit wird klar, was als Nächstes kommt.

Als Software habe ich bisher Lightroom 5 benutzt. Die letzte Version war 5.7. Hier ist ein Update fällig, wenn man weiterhin damit arbeiten und es nicht abonnieren will. Ich habe mir Version 6 beschafft. Die kann man auf 6.4 updaten, die die RAWs aus der Pro2 lesen kann. Bildbetrachter wie Irfanview können das neue RAW-Format der Kamera noch nicht darstellen, sondern zeigen das eingebettete JPEG an. Auch die neuesten Versionen nicht. Das sollte aber bald nachkommen. Ich nutze diesen Betrachter gerne und hoffe darauf. Das ist aber normal: Der Windows- Bildbetrachter kann das auch noch nicht.

Wenn man mit den zwei SD-Karten wie beschrieben arbeitet, sollte man auch die Vorgehensweise beim Transfer auf den Rechner ändern. Bisher habe ich das mit Cut-and-Paste gemacht. Hat man identische Daten auf beiden Karten, sollte man immer die erste Karte aus der Kamera nehmen. Diese Daten dann per Cut-and-paste auf den Rechner schaufeln. Und dann nachsehen, ob alles ok ist. Wenn das der Fall ist, schiebt man die erste Karte in Slot zwei und die zweite Karte in Slot 1. Dann kann man die Daten auf der ersten Karte in der Kamera löschen. Dann hat man auch zwei leere Karten und kann ohne Weiteres weiterarbeiten. Das hat keine technischen Gründe, sondern sollte einfach nur die Bedienung vereinfachen. Vorausgesetzt ist dabei immer, dass die Daten auf beiden Karten identisch sind, die zweite Karte also zur Datensicherung dient.

Erste Bilder aus der Neuen

Sonnenuntergang bei Hohenhameln. Mit dem 1,4/35; Blende 11 bei 1/250stel Sek.; ISO 400

Was auf den Bildern nicht zu erkennen ist, ist, dass die Bilder besser als aus der Pro 1 sind. Vor allem für das Rauschen gilt das. Das ist zwar nur geringfügig besser als das der Pro1, mit dem Unterschied, dass man jetzt natürlich ein paar Pixel mehr zur Verfügung hat.

Mal was im Dunkeln:

Kirche in Harsum. ISO 2500, 1/30stel Sek. bei Blende 1,6 mit dem 23er.

…und noch eines:

Kirche in Harsum. ISO 2500, 1/30stel Sek. bei Blende 2,8 mit dem 14er.

Zu guter Letzt noch ein 100%-Ausschnitt mit der Eingangstür aus dem vorigen Bild. So etwa sieht das Ganze nach dem ersten Lowlight-Versuch mit der Pro2 aus.

Ein 100%- Crop aus dem obigen Bild, das den von mir gefundenen derzeitigen Standard eines ISO 2500-Bildes im Schatten zeigt. Wie gesagt, ein Prototyp.

Diese Bilder wurden im RAW-Format aufgenommen, in Lightroom 6.4 nachbearbeitet(vor allem minimal entrauscht und nachgeschärft) und in das JPEG-Format gewandelt.

Den Harz durfte meine Pro2 auch schon mal bereisen. Ich war nur kurz dort, wie öfters, an der Oker bei Goslar in der Nähe der Okertalsperre. Dort gibt es ein paar Stellen, an denen man nette Bilder von einem Fluss in Bewegung machen kann. Zudem war das eine gute Gelegenheit, die Acros-Simulation anzutesten.

Oker bei Goslar. Mit dem 55-200, ISO 400, Blende 11 bei 1/4 Sek. Stativ natürlich.

In der Acros-Simulation musste ich nacharbeiten. Das kann aber auch am Licht gelegen haben. Ich habe es in den Schatten gerne ein bisschen kräftiger als die Histogrammjünger sich das vorstellen mögen. Aber auch der alte Ansel Adams sagte schon mal, dass man nicht alle Grauwerte zeigen muss, wenn man ein gutes Bild haben will. Was mir auch hier wieder aufgefallen ist, ist der enorme Belichtungsspielraum des Sensors.

Oker bei Goslar. Technische Daten wie im letzten Bild.

Bei obigen Bild waren die Lichter, hier im fließenden Wasser, völlig ausgefressen. Einfach strahlend weiß. Ein bisschen Nacharbeit und man hat das oben Gezeigte. Ein gutes Gen, an dem man die Abstammung von der Pro1 erkennen kann.

Bisher bin ich zufrieden mit dem Kauf. Zudem bietet die Kamera noch einige interessante Goodies, von denen ich zwar noch nicht immer weiß, ob ich je alle nutzen werde, aber man kann sie ja mal aufzählen:

  • Was mir sofort auffiel: Der Verschluss ist noch einmal deutlich leiser geworden. Wobei der Verschluss der Pro1 schon keine Radaumaschine ist.
  • WLAN: Das macht vor allem Sinn, weil man die Kamera darüber auch mit dem Smartphone steuern kann, wenn man das will. Ich tue das nicht; aber andere werden vielleicht ihre Freude daran haben.
  • Die Kamera ist etwas schwerer als die Pro1. Die Differenz sind etwa 50 Gramm. Man kann sie so und durch ihren anders geformten „Griff“ noch ein bisschen ruhiger halten.
  • Die Dioptrienkorrektur muss nicht mehr mittels Korrekturlinse durchgeführt werden, sondern kommt mit der Kamera. Ob der Bereich ausreichend ist, wissen permanente Brillenträger besser als ich. Die Kamera hat kein 19mm- Gewinde mehr, wie es scheint.

Die Pro1 erwies sich bei mir als etwas langsam, aber sehr brauchbar, wenn man sie richtig eingesetzt hat. Der Nachfolger kann vieles besser als das alte Modell, was aber auch zu erwarten war. Vor allem für die AF- Geschwindigkeit gilt das übrigens, die sie sehr wahrscheinlich auch Rock- konzerttauglich macht, was der wesentliche Schwachpunkt der Pro1 gewesen ist. Bei passender Gelegenheit werde ich das sicher austesten. Die nächsten Stadtfeste, bei denen man das unbehelligt tun kann, kommen mit Sicherheit. Und der Rest der Kamera kann das ohnehin…

 

 

Stanislaus National Forest

Wenn man von Vegas aus durch das Death Valley kommt, landet man zumindest im dortigen Spätwinter immer in Bishop, wenn man in den Yosemite weiter will. Das Problem ist, dass die Strecke zu lang ist, um sie in einem einzigen Tag zu bewältigen, aber kurz genug, um in Bishop zu übernachten. Von Bishop bin ich am nächsten Tag nach Jamestown weitergefahren. Das Ganze war also das, was ich einen „Fahrtag“ nenne. Übrigens der einzige in dieser Form, an dem ich nichts wirklich sehenswertes besuchen konnte. Das Wetter war schlicht zu grau für das Death Valley. Ergo hebe ich mir das für die nächste Tour auf…

Was den Trip aber trotzdem interessant macht, ist der Mono Lake, den man auf jeden Fall sehen sollte und der Ausblick auf die Sierra Nevada, mit dem wir mal starten. Der Standort war denkbar einfach zu finden: Man drehe sich am Mono Lake einmal nach links und halte drauf…

Blick auf die Sierra Nevada. Dieses Mal in Schwarzweiß. 1/250stel Sek. bei Blende 13. ISO 400. XF 18-55 bei Brennweite 55 mm. X-Pro 1. Polfilter.

Ein ähnlicher Schuss nochmal in Farbe, damit es eine Vergleichsmöglichkeit gibt.

Sierra Navada vom Mono Lake aus gesehen. Die selben Daten wie beim SW- Pendant. Mit dem 18-55er übrigens…

Was sicherlich auffällt ist, dass ich aus Platzgründen und wegen des Diebstahlsrisikos mit kleinen und eher schlechten JPEGs arbeite, deren Qualität auf einem Bildschirm mittlerer Qualität gerade so hinreicht, um sie betrachten zu können. Aber Platz ist knapp und man kann auch so einiges erkennen.

Ein Schicker Stinkefinger, das. X-Pro1; 1/250stel bei Blende 16; ISO 400; Polfilter.

Der Mono Lake ist ein Natronsee, der irgendwann in Urzeiten entstanden ist und dessen Umfeld der Stadt Los Angeles auch als Wasserreservior dient. Die sichtbaren Gesteinsformationen sind ein sehr poröser Tuffstein, der aus eben diesen Salzen, vor allem Kalk besteht. Sichtbar geworden sind diese Formationen mit dem sinkenden Grundwasserspiegel in der Gegend. Der See hat keinen natürlichen Abfluss, so dass sich sammelndes Wasser verdunsten muss, damit der Spiegel nicht weiter ansteigt. Das Ergebnis sind Ausfällungen der im Wasser vorhandenen Salze, die sich zu diesen Gebilden entwickeln.

Dieselben Belichtungsdaten wie im vorigen Bild.

Der See ist sehr lohnenswert und lohnt einen Stopp für eine oder zwei Stunden. Mein Problem ist das jedes Touristen: Die Zeit erlaubt nicht mehr. Ich musste das Beste daraus machen.

Nennen wir ihn einen Turmspringer…

Eine andere Formation…

Der ürsprünglich geplante nächste Fahrtag sollte mich über den Tioga Pass nach Yosemite und von dort aus weiter nach Jamestown führen. Warum Jamestown? Nun, eine Online- Preisübersicht verhalf mir dort zu einer preiswerten Unterkunft. Wie schon mal gesagt, halte ich 400 Euronen für eine Übernachtung im Yosemite- Park für sehr teuer.

Der Tioga- Pass war aber noch gesperrt und damit nicht passierbar. Schön wäre es gewesen. Aber der nächste Pass weiter nördlich erwies sich als auch nicht übel, wie sich während der Fahrt herausstellte. Allerdings: Ich war drei Tage wieder in Deutschland und der Tioga- Pass war geräumt. Pech gehabt…

Die reine Fahrzeit, die der Routenplaner ausspuckte, war rund fünf Stunden. Das bedeutete für mich, früh aufzustehen, meinen Kram einzupacken und durchzustarten. Gefrühstückt wurde allerdings noch in Bishop.

Der Pass war der Sonora Pass, der an Bodie vorbeiführt, das ich dieses Mal nicht besucht habe, das aber noch auf der Liste steht und der durch den Stanislaus National Forest geht.

Noch mehr Mono Lake.

Jetzt einmal ein harter Bruch. Wie gesagt, der Sonora Pass war schön. Etwas kalt war es auch und der höchste Teil des Passes lag bei 10000 Fuß, also rund 3000 Metern. Ohne Jacke sollte man die Ecke nicht besuchen. Aber es lohnt, wie gesagt.

Eine Typische Szene im Stanislaus Forest.

Beim ersten Betrachten hatte ich wirklich den Eindruck, dass Hoss Cartwright gleich um die Ecke geritten kommt. Immerhin ist nicht weit davon entfernt Fernsehgeschichte geschrieben worden: Bonanza spielte in der Nähe des Lake Tahoe. Beim Betrachten dieser Bilder fühlt man sich irgendwie wie in einem klassischen Western. Schön ist die Gegend trotzdem…

Noch einer aus dem Stanislaus…

…und noch eine Fernsicht:

Übersicht über das Gesehene. Hier mal wieder Daten: Fuji X-Pro1, 18-55, Brennweite bei 24mm, 1/60stel bei Blende 10; Polfilter.

Als Nächstes mal ein Detailfoto. Eine vorgefundene Baumwurzel. Bei allen atemberaubenden Ausblicken auf diese Landschaft, die hier ohnehin nicht so rüberkommen, weil diese Bilder nicht nur von der Gestaltung, sondern auch von ihrer Größe leben:

Baumwurzel. Wirkt übrigens nur in Farbe… Fuji X-Pro1, 18-55; 1/60stel bei Blende 9; Polfilter.

Jetzt mal eine Felsformation:

Felsen. Im Stanislaus National Forest. Fuji X-E2, 55-200, 1/250stel Sek bei Blende 9, Polfilter.

Als vorletztes Opus noch mal eine Rückblende auf die Sierra Nevada:

Nochmal Sierra Nevada. Sehr schöne Farben, wie ich finde. Fuji X-E2 mit 55-200. 86mm, Blende 8 bei 1/500stel Sekunde, Polfilter.

Als letzten Schuss gibt es noch ein Bildchen von der Strecke:

Die gefahrene Piste. Es war nicht immer so einsam dort, wie es gerade aussieht.

Zu guter Letzt bin ich irgendwann im Tagesverlauf am frühen Abend in Jamestown angekommen. Gewohnt habe ich in der Main Street in einem günstigen Hotel. Aus dem Haus gibt es keine Bilder, aber man kann sich bei richtiger Auswahl auch hier wie in einem alten Western fühlen, wenn man das so will. Das war zwar nicht mein Hauptmotiv, aber irgendwie kam Hoss auch da gefühlt um die Ecke geritten…

Jamestown. Main Street. Hier mal mit einem mittlerweile wohl seltenen Dodge- Fahrzeug aus dem 1970ern. Das ist das das allerletzte Bild in diesem Artikel.

Jamestown und Sonora liegen dicht beieinander. In Jamestown gibt es als Einkaufsmöglichkeit eine Tankstelle für die kleinen Sachen. Wer mehr braucht, fährt nach Sonora in die Shopping Mall, die nur etwa fünf Meilen von Jamestown entfernt liegt. Der Vorteil war der, dass man von dort aus auf kurzem Weg in den Yosemite-Park fahren kann und dass die Unterkunft günstig war. Für Leute, die vor allem Fotos machen oder wandern und dem Tourismus ein bisschen aus dem Weg gehen wollen, ist diese Kleinstadt eine gute Wahl. Es ist sehr ruhig dort. Wer Party sucht, hat hier allerdings nichts verloren. Das gibt es anderswo.

Wenn ich an meine persönliche Geschichte und das sonntägliche Fernsehritual in der meiner Kindheit denke, glaube ich manchmal, dass es nicht nur die Fotografie ist, die mich dahin gezogen hat…

Was die Technik angeht: Alle hier zu sehenden Bilder sind mit Fuji X-E2 und X-Pro1 entstanden. Im Einsatz hatte ich die Mittelklasse-Zooms, die bekanntlich erstklassig sind. Vor dem Objektiv saß immer ein Polfilter und die eingestelle Lichtempfindlichkeit bei diesen Bildern lag bei 400 ISO. Aufgenommen wurde alles im RAW-Format. Gewandelt und verkleinert in Adobe Lightroom 5 und Photoshop Elements 13, das etwas anders als das CS ist, aber für den Amateurbedarf völlig hinreicht.

 

Endlich mal…

…sieht man Konkreteres von Fujis neuer X-Pro.

Wenn man sich die Bilder so ansieht, ist das wie das Warten eines Vierjährigen auf den Weihnachtsmann. Nur kommt er diesmal vielleicht.

Ich habe hier ein Pärchen Bilder von der Fujirumors- Website, die zeigen sollen, wie das neue Opus der Fujianer aussieht.

Die Front der Neuen…

Die Front bietet soweit mal keine großen Überraschungen. Jetzt mal das Heck, auch von denen:

Die Rückseite der Neuen.

Dann heißt es, dass das Speicherkartenfach an die Seite der Kamera gewandert sein soll, es den Sucher der X100T geben soll und einen Joystick, dessen Funktion noch nicht weiter definiert ist, aber die Q-Taste und die Navigation durch dessen Auswahlfelder erleichtern könnte. Ebenfalls neu ist das Wählrad an der Frontseite der Kamera. Was das wirklich wird, werden wir sehen. Zudem soll man die Lichtempfindlichkeit des Sensors dann hardwaremäßig wie weiland bei den Analogen durch Hochziehen und Drehen des Verschlusszeitenrads einstellen können. Die Belichtungskorrektur soll über fünf Stufen reichen. Über eine Dioptrienkorrektur soll auch nachgedacht worden sein. Ein Klappdisplay soll es aber nicht geben. Das sollte wohl den T-Modellen vorbehalten bleiben und würde auch irgendwie nicht zur Philosophie dieses Produktes passen. Was das Äußere der Kamera angeht, sind also keine Überraschungen zu erwarten, wie erhofft übrigens, sondern nur einige Detailänderungen. Etwas kleiner als die X-Pro1 soll sie auch werden.

Das Datum scheint wieder mal unklar zu sein. Bisher hieß es zur CES oder kurz danach. Nun soll es Mitte Februar werden. Vielleicht kommt sie dann mit dem 80-400, auf das auch schon einige Leute warten.

Wie gesagt, schaun mer mal, wie das ausschaut, wenn das Gerät auf dem Markt ist. Kolportiert wird ja vieles…

Fujis Neue X-Pro 2: Gerüchte und einfach eine Meinung

Diskussionen über die neue X-Pro von Fuji gibt es viele. Gerüchte gibt es noch mehr darüber. Laut einigen dieser Seiten soll sie ja nun Mitte Januar auf den Markt kommen, die von vielen erwartete X-Pro2.

Wenn man sich die vorgefundenen Wunschlisten so ansieht, fragt man sich, was noch alles in die neue Superkiste eingebaut werden soll:

  • Sensor bei etwa 24-36 Megapixel, mal von Sony im Bayermuster und mal das X-Trans-Muster.
  • Je nach Seite im APS-C- oder Kleinbildformat. Von APS-H ist auch noch die Rede…
  • WLAN.
  • NFC.
  • Zwei Speicherkartenslots.
  • Ein größerer Akku.
  • Kleiner als bisher.
  • Bessere Bildqualität.
  • Größerer Bilsschirm.
  • OLED- Hybridsucher.
  • Schneller Autofokus.
  • Schnellere Aufnahmefrequenz.
  • Wasserdicht.
  • Preis etwa 30% über der T1, also etwa 1600 Euro in Deutschland.

Meiner Meinung nach sind das sehr viele Wünsche. Es stellt sich dabei die Frage, ob sich das so in die Realität umsetzen lässt. Im Normalfall schon, aber das Fuji- System ist eines, das sich immer noch in der Entwicklung befindet, aber schon einen durchaus hohen Reifegrad besitzt. An der Bildqualität der Objektive ist eigentlich nichts auszusetzen. An den Qualitäten des X-Trans-Sensors eigentlich auch nicht. Anders herum: Bei niedrigen bis mittleren Lichtempfindlichkeiten des Sensors sind Abzüge bis 70/100 einfach drin. Und mit etwas Arbeit kann man das auch noch aus 1600 ISO herausquetschen, was ich auch schon getan habe. Auch, wenn man croppen muss. Wenn die Objektive die 24MP „können“, was sich erst zeigen wird, wäre ein höher auflösender Sensor allerdings durchaus wünschenswert. Ich traue das den XF-Fujinonen das durchaus zu. Ich selbst hätte gerne diese Features:

  • Mehr Pixel, 20-24 MP wären schön.
  • Der zweite Kartenslot ist auch nicht zu verachten, aber nicht unbedingt nötig
  • Der schnellere Autofokus wäre wünschenswert. Das vorhandene ist bei schlechtem Licht zu langsam.
  • Der Akku reicht mir aus. Ich komme damit etwa 600 Bilder weit, was in den meisten Fällen ausreichend ist. Ersatzakkus kann man sich auch günstig aus China besorgen. Die Qualität passt in der Regel und die Kapazität reicht auch meistens hin.

Das mal so als Meinung. Ich kann es eigentlich schon seit einiger Zeit kaum noch erwarten, weil ich eine verbesserte X-Pro will. Die X-E2 ist zwar als Zweitkamera gut, aber leider verbraucht die auch mehr Strom: Ich schaffe etwa 240 Aufnahmen mit einer Akkuladung und dem 55-200 mit eingeschaltetem Bildstabilisator und gelegentlicher Bildkontrolle…

Momentan ist das wie das Warten auf den Weihnachtsmann für einen Vierjährigen. Wann kommt sie endlich und was wird sie wirklich bringen? Das Thema X-Pro geht für mich erst weiter, wenn ich eine in den Händen habe und die ersten Bilder damit gemacht sind. Wenn sie im Januar angekündigt wird, vermutlich Ende März bis Ende April. Dann dürften die ersten Kameras in größerer Menge im Markt unterwegs sein. Vielleicht kommt dann das 100-400 gleich mit…

 

Yosemite

Der Half Dome. Aus einer Perspektive, die drei Millionen andere Touristen auch sehen können…

Gesehen haben sollte man den Yosemite- Nationalpark, der in der Sierra Nevada liegt.

Wer, was ich immer wieder wiederholen kann, eine Pauschalreise gebucht hat, ist auch hier gekniffen. Ich hatte zwei Tage geplant und hätte allein hier schon meinen ganzen Urlaub verbringen können, wie auch in Point Lobos. Und wie in Point Lobos, kann man auch für Yosemite sagen, dass auch das eine völlig unzureichende Zeitspanne ist. Ich werde auf jeden Fall wieder dort hinfahren. Allein zum Abgehen der ausgeschliderten Trails und das Bildermachen kann man auch drei Wochen einplanen und ist immer noch nicht fertig damit. Wenn man dann auch noch Bilder aus verschiedenen Jahreszeiten will, kann das Ganze schon zu einer Lebensaufgabe auswachsen. Wer sich das nicht vorstellen kann, sollte sich das erst recht mal ansehen.

Ich habe den Park zweimal besucht. Einmal von Jamestown und einmal von Fresno aus, von wo ich eigentlich nur den Kings Canyon besuchen wollte, der sich für mich fotografisch nicht lohnte, abgesehen davon, dass man sich wirklich mal die Mammutbäume aus der Nähe ansehen kann.

Felswand…

Jamestown

Jamestown ist eine Kleinstadt, wie es viele davon in Kalifornien und anderswo gibt. Die Main Street ist ein bisschen im Westernstil gehalten, was dort man auch häufiger sehen kann. Etwa 3000 Einwohner, ein paar Läden, eine Bank(deren Geldautomat keinen Chipkartenleser hat), Hotels, Souvenirshops und Restaurants, eine Tankstelle. Mehr nicht. Wer shoppen will oder muss, wird in Sonora fündig. Wer Bargeld braucht, ebenfalls. Von Jamestown sind es nur ein paar Meilen dorthin. Es hat mich aus einem ganz einfachen Grund dorthin verschlagen: Wer nach Yosemite will, kann dort preiswert unterkommen. 400 Dollar pro Nacht im Awanhee- Hotel im Park müssen einfach nicht sein.

Damit ergibt sich bis hierher diese Runde: Ich bin in Los Angeles gelandet und habe mich eine Woche in Hemet aufgehalten, das eine urbane Einheit mit San Jacinto bildet. Die Stadtgrenzen sind nicht zu erkennen. Meine Bekannten leben in San Jacinto.

Von dort aus habe ich einige Orte in der Mojave- Wüste besucht. Hier sind zu nennen:

  • Salton Sea: Wer Morbides sucht, kann hier glücklich werden. Aus meiner Sicht nicht lohnend, weil die interessantesten Motive eingezäunt sind. Gut für Trainspotter, weil man dort freie Sicht auf sehr lange Güterzüge hat.
  • Die Gegend um Barstow: Oro Grande(Elmers Bottletree Ranch) und Newberry Springs(Dort ist das Bagdad Cafe aus „Out of Rosenheim“ zu finden). Barstow kann man sich ebenfalls mal ansehen. Der dortige Bahnhof ist architektonisch sehr interessant und die Leute sind dort sehr nett. Lohnend ist unter Umständen auch das Factory Outlet dort.
  • Der von dort erreichbare Joshua Tree National Park ist ein Highlight, wenn man Wüstenlandschaften mag.
  • Wer einen großen Windenergiepark sehen will, kann auch mal bei Indio vorbeischauen.
  • Und: In Hemet und San Jacinto gibt es zwei große Walmarts. Die haben billige Jeans, günstiges Aspirin(falls man mal was braucht) und Sommerkleidung.

Was es in Städten wie diesen nur in eingeschränkter Auswahl gibt, sind Dinge wie Computerzubehör. Wer raucht, kann sich auch dort mit etwas Glück mit günstigen Zigaretten eindecken. Tabakläden gibt es genug; aber Drehtabak wie bei uns ist nicht verbreitet.

Der Yosemite- Nationalpark

Tunnel view.

Einer der bekanntesten Parks in Kalifornien ist der Yosemite- Nationalpark, der zudem einer der ältesten in den USA ist. Vor allem auf diesen Park bin ich über Bücher zum Thema SW-Fotografie gestoßen, sie sich seit rund 30 Jahren in meinem Besitz befinden und die sich sehr gut eigneten, um genau das zu lernen.

Auch in Yosemite ist Kunstgeschichte im Hinblick auf die Fotografie geschrieben worden. Der bekannteste Fotograf, der dort unterwegs gewesen ist, war Ansel Adams. Wer über den Knaben mehr wissen will, kann ja mal nach Bildern googeln.

Hier wird übrigens das Thema „Plagiat“ interessant: Viele Leute tun das, was ich schon beschrieben habe: Aus dem Auto springen, ein Foto machen und wieder abhauen. Diese Leute machen meistens identische Bilder. Soll heißen, dass sie immer gleich aussehen: Ein paar grinsende Figuren auf einem Bild. Langweilig sowas. Und nicht tauglich für einen interessanten Abend. Wenn man den Gedanken weiterverfolgt, wird man beobachten, dass es an bestimmtem Stellen eine Menge Fotografen gibt, die das selbe Motiv fotografieren. Ich schließe mich da nicht aus, weil auch ich nichts weiter war als ein Tourist.

Ken Rockwell

Ein wohlbekannter Mann in der Szene ist Ken Rockwell, der auch eine Menge Workshops anbietet. Wenn man sich seine Arbeiten als Außenstehender ansieht, kann man das Geshene durchaus bewundern. Wer aber selbst mal dort gewesen ist, wird sehr schnell herausfinden, dass das von ihm Gemachte für europäische und geübte Augen eigentlich ziemlich triviale Alltagsfotografie ist. Man sieht eigentlich nur das, was jeder sieht, der dort vorbeikommt. Und wenn man mal ein bisschen tiefer geht, stellt man fest, dass der Mann eigentlich das ist, was in meiner Gegend als „Luftpumpe“ bezeichnet. Die Bilder, die er macht, kann eigentlich jeder machen. Man braucht nicht einmal allzuviel Übung oder sowas wie Wissen dazu. Ein paar Effekte dazu und fertig ist er, der Rockwell…

Ich kann nur soviel sagen: Seine Philosophie ist eigentlich recht gut, aber Rest ist irgendwie nicht zielführend. Auch die Tests nicht.

Weiter mit Yosemite

El Capitan. Ein dicker, hoher Brocken…

Yosemite war einer der ersten Naturparks weltweit. Die Gründung war 1890. Seit 1916 gibt es den National Park Service, der sich um die Verwaltung der Parks kümmert.

Man muss wissen, dass die Amerikaner sehr viel mit dem Auto unterwegs sind. Die Landesfläche und die weiten Entfernungen zu Gegenden, die praktisch nie an den öffentlichen Verkehr angeschlossen sind, bedingen das. Dem entsprechend ist das Tal auch ausgebaut. Wenn man sich das Village ansieht, wird man auf ein paar große Parkplätze stoßen, die oft voll besetzt sind. Wer nicht fahren will, kann den Shuttleservice in Anspruch nehmen, der kostenlos ist.

Tunnel View die Zweite.

Überblick. Von der Wawona Road aus. Rechts ist der Half Dome zu erkennen.

Ich habe den Park an zwei Tagen besucht: Einmal von Jamestown aus und ein weiteres Mal von Fresno aus. Allein die Zufahrten erlauben bereits einen interessanten Blick auf den Park.

Noch ein Felsen.

Wie man sehr schön erkennen kann, ist der Bewuchs der Felsen eher spärlich. Die Kiefern klammern sich an alles, das irgendwie Boden ist. Entsprechend sind auch die Abstände der Bäume.

Bridalvail Fall.

Kalifornien steckt gerade in einer Dürreperiode mit sehr warmen Wintern. Normalerweise führt dieser Wasserfall um die Zeit, in der ich dort war(Ende April) wesentlich mehr Wasser. Es lag in diesem Winter nicht einmal Schnee, so dass es einfach nicht genug Schmelzwasser gibt.

Nochmal El Capitan…

Eine gewisse Leidenschaft für große Steine muss ich mir eingestehen. Andererseits: Man hat ja mal Betonbauer gelernt. Und ich denke, dass der gute alte Harz, der auf seine Art zwar auch schön ist, noch ein paar Ziegel vertragen könnte, wenn ich mir das so ansehe…

Ein weiterer Felsen. Auch hier sieht man die etwas spärliche Vegetation.

Ich kann eigentlich nur jedem, der an die Westküste fährt, raten, sich den Park genauer anzusehen. Ich war zwei Tage dort und stellte fest, dass das allein hierfür bei weitem nicht hinreicht. Nicht einmal, um die Touristentrails abzulaufen. Wer großartige Landschaften mag, ist dort schon mal richtig.

Noch ein Letzter vom Bridalvail Fall…

Wie gesagt, es ist sehr lohnend, den Park zu besuchen. Ich habe noch ein paar Bilder mehr, die ich demnächst mal zeigen werde.

Technisches: Die Bilder wurden in diesem Fall mit Fuji X-Pro1 und X-E2 aufgenommen. Der Grund liegt nicht allein in der Qualität, sondern auch in der Kompaktheit der Ausrüstung. An der einen Kamera hatte ich ein 55-200; an der anderen ein 18-55. Keine Objektivwechsel und damit kein Dreck im Gerät, was man immer wieder betonen muss. Alles mit ISO 400 in RAW aufgenommen und in Lightroom 5.7 bearbeitet und gewandelt. Ein Polfilter war immer auf dem Objektiv. Das Chinamodell tat es interessanterweise.

Point Lobos ein bisschen bunter…

Sandstein.

Wer SW sagt, muss auch Farbe sagen. Ich tat genauso und und lege hier mal ein paar farbige Bilder nach, die vielleicht interessant sind. Was sofort auffallen sollte, ist der Unterschied zwischen den Bildern selbst, der manchen nicht offensichtlich erscheint.

Sandsteinstruktur. In SW wohl eher langweilig.

Benutzt habe ich meine beiden Fujis. In der X-Pro1 steckte das 55-200; in der E-2 das 18-55. Alles Andere blieb im Auto.Das Stativ wurde nur gelegentlich eingesetzt.

Eine Kamera auf einem Stativ. Wer hätte das gedacht.

Was klar sein sollte, ist dass auch man in Point Lobos einige der wichtigsten Plätze mit dem Auto anfahren kann. Andere wiederum nicht. Badewetter ist dort eigentlich nie, wie ich aus einer Reise vor 20 Jahren weiß. Zudem ist das Gebiet seit etwa Ende des Zweiten Weltkriegs streng geschützt.

Sehundbaby mit Mama.

Die Seehundkolonie dort, die übrigens sehr klein ist, kann man von einem Felsvorsprung an der Küste aus sehr gut beobachten. Man sollte sich aber nicht sicher sein, dass man nicht gesehen wird. Bis zu einem gewissen Grad sind die Tiere mittlerweile daran gewöhnt, fotografiert zu werden. Füttern und zu nahe kommen darf man ihnen trotzdem nicht. Es sind immer noch Wildtiere.

Seehundmama mit Baby die Zwoote.

Zu sehen gibt es nicht nur viele alte Bäume und den Pazifik, sondern auch einen Mikrokosmos aus der bereits erwähnten Seehundkolonie, diversen Vögeln und vor allem Sand im Sinne von Küstengegend. Wie schon gesagt, die Gegend ist nichts für Leute, die auf Strandferien stehen: Sowas geht auf Mallorca besser und billiger. Wer Naturfreund ist und Bilder mag, hat hier eine gute Chance, sich auszutoben.

Die Wetterverhältnisse in Point Lobos kann man am ehesten so beschreiben, wie man sich das in den skandinavischen Ländern im Sommer vorstellt: Wechselhaft und eher kühl, aber durchaus angenehm.

Ein guter Seehund macht erstmal nichts… Noch ein etwas älteres Jungtier.

Auch für Point Lobos kann man sagen, was für die meisten Parks in den USA gilt: Man kann einen ganzen Urlaub dort verbringen, wobei das hier realtiv zu sehen ist. Wenn man das Ganze wirklich sehen will, sollte ein ausgiebiger Besuch etwa eine Woche dauern.

Bäume. Typisch für point Lobos.

Man frage mich besser nicht nach den Baumarten im Einzelnen. Der ständige Wind an dieser Küste und das rauhe Wetter machen auch die Bäume zu sehr rauh wirkenden Wesen, deren Schönheit  genau daraus erwächst. Eine Baumkrone wächst immer in Windrichtung. Symmetrische Tannen nach deutschem Muster, die man auch als Weihnachtsbaum einsetzen kann, werden dort nicht heranwachsen.

Ablaufendes Wasser.

Die Wellen des Pazifik folgen logscherweise dem Wetter: Ist es windiger, sind sie höher. Ablaufen muss das Ganze auch und damit hat man mindestens zwei Chancen auf Bilder.

Struktur. Auch Sandstein.

Wer sich in Point Lobos aufhält, sollte sich an die dortigen Vorschriften halten. Es geht dort nicht darum, die Besucher zu gängeln, sondern um den Erhalt einer der schönsten Landschaften, die es überhaupt gibt. Zu Vertiefung gibt es hier nochmal die wesentlichen Regeln:

  • Auf den Wegen bleiben.
  • Rauchverbot.
  • Abstand zur Tierwelt! 50 Meter sind das Minimum.
  • Keinen Abfall liegen lassen, was eigentlich selbsverständlich sein sollte.
  • Freundlich sein und Platz für andere machen, wenn man am Fotografieren ist und bemerkt, dass jemand vorbeigehen will. Ein „Excuse Me“ wird dann auch gerne zu Kenntnis genommen. Die Wege sind teilweise sehr eng.
  • Essen nur, wo das ohne Probleme möglich ist. Also da, wo Bänke stehen.
  • Es gibt Toiletten im Park, die zu benutzen sind, wenn das Geschäft ruft!
  • Den erzeugten Abfall kann man auch wieder mitnehmen und im Hotel entsorgen, was zu empfehlen ist.
  • Fragen stellt man entweder an der Kasse in der Einfahrt oder man wendet sich an den nächsten Ranger. Es laufen immer welche herum, die gerne antworten, weil Point Lobos für die meisten mehr als nur ein Job ist.

Zudem sollte man am besten in der Woche dort hin reisen. Wie auch Yosemite ist Point Lobos an den Wochenenden sehr voll, so dass man auch mal Parkplatzprobleme bekommen kann.

Übernachten würde ich übrigends nicht direkt in Carmel. Es ist einer der teuersten Orte überhaupt und entsprechend sind die Preise in den Hotels. Monterey ist nur eine Viertelstunde entfernt und sehr viel preiswerter, wenn man weiß, wo man absteigen kann. Ich hatte ein Motel, das trotz seines günstigen Preises gut war. Einen Fernseher hat man immer, ausreichend Steckdosen meistens und WLAN gibt es fast immer für lau…

…und noch ein Steinhaufen zum Abschluss.

Zu beachten ist, dass Point Lobos nicht durch Knallfarben glänzt, sondern durch eher subtiles Licht und entsprechende Farben. Man fotografiert also nicht „bunt“, sondern eher monochrom. Aufnehmen sollte man alles im RAW-Format und von dort aus die entsprechenden Korrekturen einbringen. Der Fuji-Sensor, egal ob in der X-Pro1 oder der X-E2 verträgt Überbelichtungen bis zu zwei Blenden, wie mir aufgefallen ist, als ich die Belichtungskorrektur versehentlich verstellt hatte. Auch wenn das Ganze auf dem Monitor zu hell erscheint, hat man meistens noch genug Reserve, um wichtige Billdetails in den Lichtern sichtbar zu bekommen.

 

Mal wieder ’n kleiner Harzausflug

Dieses Mal zog es mich wieder zur Straße von Goslar zu Okertalsperre. Lichtspiele einfangen; es ist ja Frühling.

Birke im Spätlicht. X-Pro1 mit 18-55.

Heute gibt es mal keine weiteren Kommentare. Dir Bilder sprechen für sich. Zudem sitze ich immer noch an den Bildern aus den USA.

…noch mehr Birken.

…und ein paar davon in Schwarzweiß.

…und noch ein Waldstück.

…und noch eines.

Die Farbigen sind aus der X-E2, aufgenommen im RAW-Format. Die Schwarzweißen entstammen der X-Pro1, ebenfalls aufgenommen  im RAW-Format und konvertiert.

Was man sehr schön erkennen kann, ist, dass die Bildwirkung etwas anders ist. Die Farbigen wirken hier leicht, fast vordergründig und die SW-Bilder fast schon schwer.

Zu den Aufnahmedaten: An der X-E2 hatte ich das 55-200, an der X-Pro1 das 18-55; meine Standardkombination, wie ich sie auch schon desöfteren weiterempfohlen habe. Verschlusszeiten bei 1/30-1/60stel Sekunde mit Stabilisator, Blenden um 11-16 herum.

Die alte Schleiferei in Sieber, die ich schon desöfteren besucht hatte, habe ich mir auch nochmal angesehen. Sie sieht aus wie immer, aber ich halte sie nach meinem Besuch in den USA für irgendwie nicht mehr lohnend. Momentan will mein Kopf in diesem Sommer noch für eine bis zwei Wochen in die Provence. Lavendel und Felsen fotografieren und Farben und Poesie dieser Landschaft genießen. Van Gogh grüßt ganz herzlich…

Valley Of Fire

Das ist ein Prototyp. So sehen die Felsen dort alle aus.X-Pro1 m. 18-55, 1/250stel bei Blende 22

Es gibt bei Las Vegas zwei interessante Parks zu besichtigen, die ich beide besucht habe und die beide sehr fotogen sind. Dieser Artikel befasst sich mit dem Valley Of Fire.

Benutzt habe ich ein Zimmer in Las Vegas in einem günstigen Hotel, weil man den ganzen Luxus irgendwie nicht braucht, den man sonst zu Hause hat. Gemeint sind hier die bereits erwähnten Dinge wie teure Fernseher im Zimmer, Pay-TV inklusive etc. Hier war das Frühstück extra; dafür war die Bude billig. Es handelte sich um ein Motel in Flughafennähe, in dem es recht laut war und das sich in bester Gesellschaft mit anderen und teureren Häusern befindet.  Frühstücken konnte man in einem Diner in der Nähe. Gebucht wurde das in Hemet, von wo ich gestartet bin. Übrigens war an diesem Platz das WLAN defekt oder nicht vorhanden. Ich habe hier dann das Handy als Modemrouter benutzt, wie schon in den Gedanken zu den USA-Reisen beschrieben.

Als USA-Urlauber, der drei Wochen hatte, habe ich mir für die etwas über 230 Meilen von Hemet nach Vegas richtig Zeit gelassen, um noch eventuelle Fotogelegenheiten am Highway mitnehmen zu können. Die Fahrzeit lag bei sechs Stunden. Wenn man Gas gibt, kann man es auch in gut vieren schaffen.

Das Valley liegt etwa eine Dreiviertelstunde nordöstlich von Las Vegas und ist, wie immer, mit dem Auto leicht zu erreichen. Das Tal zeigt erodierte rote Sandsteinfelsen, die teilweise aussehen wie ein Emmentaler.

Inspiriert hat das Ganze auch schon andere Leute; das Tal ist nicht ganz unbekannt. Auch eine Startrek-Folge ist hier schon mal gedreht worden, was bei der Marslandschaft auch kein Wunder ist.

Fotografieren kann man das am besten farbig und bei hochstehender Sonne, damit der Rotton der Felsen auch wirklich zu Geltung kommt. Anderes kann auch gehen; man sollte aber daran denken, dass die Schluchten dort etwas enger sind und dass man bei schrägstehender Sonne im Schatten ohne Glut dasteht.

Nochmal Marsgestein. Hier mit Himmel. Diesmal nicht aus Emmental.

Wie man sehr schön erkennen kann, sind die Farben des Gesteins sehr intensiv. Mir gefällt das. Was man nicht immer haben kann, sind Wolken wie im ersten Bild. Der nächste wird aber wieder so einer.

Netter kleiner Emmentaler- Katzenkopf, der aber schon mal 30 Meter hoch ist.

Hier wird schon deutlich, dass das eine ideale Kulisse für Trekkies ist. Aber auch hier scheint nicht jeden zu interessieren, wie sich das anfühlt. Ich traf auf ein paar Leute aus Frankreich, die genauso vorgingen, wie in der Seite über Point Lobos beschrieben: Aus dem Auto springen, schnell ein Handyfoto machen und weiter. Alles Andere war nicht relevant. Übrigens ist genau das einer der Gründe, warum ich Länder wie die USA nicht mittels Pauschalreiseprogramm besuche. Das ist einfach zu hektisch, um dem Hobby frönen zu können.

Auch das Valley of Fire hat einen Triumphbogen, nicht nur Paris. Die Handytouristen haben den übrigens vergeblich gesucht.

Die Leuchtkraft der Farben ist vom Einfallswinkel der Sonne abhängig. Das kann man am letzten Bild sehr schön sehen. Hier stand die Sonne schon etwas schräg. Jetzt aber mal wieder ein Felsen aus anderer Perspektive.

Auch sehr schön. Auf dem Weg zum Emmentaler.

Um den Himmel etwas knalliger zu bekommen, kann man sich auch einen Polfilter vor die Frontlinse schrauben. Ich habe das gemacht und festgetellt, dass man damit vielleicht zwei Blenden Licht verliert, was aber bei rauschfreien ISO 400 in RAW nichts ausmacht. Ich komme auch damit meistens noch auf Blenden um 11-16 bei Zeiten von 1/125- 1/250stel Sekunde. Deshalb gibt es hier mal keine Daten. Beim richtigen Einfallwinkel des Lichts gibt der Polfilter auch einen erstklassigen Dunstfilter ab. Auch das sollte man wissen. Ich werde bei der nächsten Tour aber trotzdem noch einen Satz UV-Filter mitnehmen.

Auf dem nächsten Bild kann man erkennen, wie die Löcher entstanden sind. Es handelt sich um schlichte Erosion, die bei Sandstürmen immer die weichste Stelle eines Steins angreift und dort Material abträgt. Das, was zu sehen ist, kommt also nicht von der Area 51. Und E.T.s Papa war das auch nicht…

Des Aliens Fußstapfen und kein E.T. zu sehen.

Nicht nur, aber auch die Amis sind für ihre Phantasie bekannt. Hier kommt das Abbild eines Tieres, das wir vielleicht nicht als Elefant, sondern als Mammut bezeichnen würden. Bildhauer dieser Skulptur waren zu jeweils 50% Sand und Wind:

Der Elefantenfelsen. Elephant Rock in den USA.

Nicht zuletzt sollte man ruhig auch mal eine Übersicht anfertigen, wenn sich die Gelegenheit bietet. Hier ist eine:

Steinsammlung.

…und eine weitere:

Noch ein Steinstapel. Hier mal in etwas anderem Licht kurz vor Sonnenuntergang.

Und zu guter Letzt noch eine Fernsicht von den White Domes. Die Dinger heißen so, weil sie das einzige einigermaßen weiße Gestein im Umkreis sind.

White Domes. Mit Tele.

Wie man bereits auf dem ersten Bild erkennen kann, sind das hier noch keine endgültigen Versionen zum Aufhängen an irgendeiner Wand. Bei einigen wird noch Nacharbeit fällig, was aber mit den RAW-Daten kein Problem darstellt, wenn sie aus einer Fuji kommen. Bei anderen Herstellern wird das aber nicht schlechter sein. Auch wenn andere Leute vielleicht anderer Meinung sind: Meiner Ansicht nach geht das alles in Lightroom, wenn man mit Gefühl und etwas Denkarbeit darangeht.

Zum Zeitaufwand: Das Tal ist recht klein. Man kann das in rund vier Stunden bewältigen und trotzdem an brauchbare Bilder kommen. Auch wenn Schatzi mal Posierpause hat…

Nächster Turn: Red Rock Canyon.

 

 

 

 

Point Lobos in SW

Point Lobos in Mistwetter. Aufkommende Flut.

Wer auf den Spuren der alten f/64- Leute und deren Straight Photography wandeln will, kommt um den Besuch einiger Plätze dieser Welt nicht herum. Man muss eben fühlen, riechen, hören und den Boden unter den Füßen spüren, um nachvollziehen zu können, was die damaligen Leute wohl gedacht haben mögen, als sie das Ganze zum ersten Mal gesehen haben. Die Idee, Point Lobos auch zu besuchen, liegt auf der Hand. Einmal, weil dort Kunstgeschichte geschrieben worden ist; und zum anderen, um den Grund dafür herauszufinden.

Es geht nur sehr bedingt darum, Bilder wie der eine oder andere Fotograf zu machen, sondern gerade an solchen Plätzen Eigenes und eigene Gedanken und Ideen zu entwickeln. Wer mag, kann auch versuchen, wie die Westons, Ansel Adams, Paul Strand oder eine andere bekannte Größe zu fotografieren, aber er wird das nie können. Der Grund ist ganz einfach: Es gab nur einen Edward Weston und damit auch nur einen, der so fotografieren konnte wie er. Nämlich das Original, das von 1886 bis 1958 gelebt und gearbeitet hat.

Man kann einen Weston aufgreifen, aber man muss es nicht. Ich persönlich fotografiere gerne „Straight“ und mache auch keinen Hehl daraus. Das hier ist definitiv kein Weston. Der hätte das anders gelöst.

Wer glaubt, es einem Weston gleichtun zu können, kann es ja versuchen. Es haben auch schon Leute versucht, zu fotografieren, wie ich das tue. Der Ergebnis ist immer das gleiche: Billiger Abklatsch. Einiges werde ich dazu noch zeigen. Nicht so sehr von Point Lobos, aber durchaus aus einem unter Kennern wohlbekannten Nationalpark, aus dem ich momentan auch nicht viel mehr liefern kann als genau das. Einfach, weil mit mir drei Mio. andere Mitmenschen jedes Jahr diesen Park besuchen und alle ihre Bilder von derselben Stelle machen. Man sollte das aber nicht allzusehr durch den Kakao ziehen. Als Sehübung ist das manchmal nicht schlecht und dem Finden eines eigenen Stils sogar dienlich.

Auch in Point Lobos war das Nachmachen bei vielen Leuten zu beobachten, wie auch an einigen anderen Plätzen. Die meisten Touristen tun unter ceteris-paribus-Annahmen aber genau das hier:

  1. Smartphone aus der Tasche ziehen
  2. „Schatzi stell dich mal da hin“ sagen.
  3. Schatzi stellt sich hin, meistens direkt vor das eigentliche Motiv.
  4. Bildchen machen. Einmal klick.
  5. Bildchen vielleicht noch ohne Schatzi machen.
  6. Zweiter Klick.
  7. Handy zurück in die Hemdentasche.
  8. Nach spätestens zwei Minuten wieder abrücken.
  9. Ins Auto steigen. Abfahrt.
  10. Ein Häkchen in den Reiseplan machen. Auch am Handy. Man ist ja dagewesen.

Ergo: Schatzi kann gerne da posieren und ein Bild des Monumentes hat man. Aber die Wirklichkeit ist: Solche Leute haben am Ende keine guten Bilder. Der Grund liegt wieder in der Selektion. Man sollte sich aber im Klaren darüber sein, dass viele Leute auch weder fotografieren wollen noch können. Das sieht man übrigens auch bei Benutzern wirklich teuren Equipments, wie mir in Point Lobos anhand des Users einer 25000-Euro-Hasselblad aufgefallen ist. Damit weiß man nun: Teures Zeug macht zuerst mal viele Kosten. Ob der Nutzen gegeben ist, steht auf einem anderen Blatt.

Ein typisches Motiv, wie man es am Point Lobos häufig vorfinden kann.

Davon muss man Abstand nehmen. Natürlich ist jeder ein bisschen vorgeprägt. Sei es durch eigenes Sehen, durch Bücher oder einfach durch Fernsehen. Man hat also schon mal Bilder im Kopf. Auch mir geht das so. Nur sollte man vor allem Fernsehen und Internet mal genau das sein lassen, was sie sind und das Ganze einfach ignorieren. Das Fernsehprogramm ist übrigens, was Dinge wie den Informationsaustausch angeht, mittlerweile vollkommen irrelevant. Man lese mal eine Programmzeitschrift, schalte einen oder zwei bestimmte Kanäle an und ekle sich bereits am Nachmittag über nicht gerade elegant gemachte aufdringliche Billig- Softpornos, -Gerichtsshows und -Talkshows bei den Schmuddelsendern. Der Begriff „Unterschichtenfernsehen“ spielt genau darauf an und die Anbieter dieser Programm brauchen Dummköpfe als Publikum, weil genau diese Leute ihre Zielgruppe sind, auch wenn die offizielle Stellungnahme der Sender eine andere ist: „Auch Akademiker sehen sich das an!“ Wer’s glaubt…

Welle an Felsen. Wer hätte das gedacht?

Am ersten Tag war ich in Monterey angekommen, gegen 14 Uhr, und das Wetter war zum Glück schlecht. Das hält einen richtigen Touristen zwar davon ab, Point Lobos zu besuchen, aber es ist eine kleine Chance, an außergewöhnliche Bilder zu kommen. Das Bild von der Welle ist eines, das übrigens auch schon viele Leute gemacht haben. Seine Schönheit besitzt es trotzdem, wie auch das folgende Bilchen.

Zurückgehende Welle.

Wasser besitzt eben seine eigene Schönheit. Wenn man es aber ausschließlich fotografiert, werden die Bilder ebenso schnell langweilig wie die Hundefotos, die manche Leute gerne anfertigen und die auch keiner mehr sehen kann.

Eine Welle habe ich noch, dann geht es mit Anderem weiter:

Mit dieser Welle ist es erstmal genug mit den Wasserbildern.

Jetzt sind erstmal ein paar Bäume in SW dran. Wie gesagt, ich mag es gerne mal in Schwarzweiß.

Bäume auf Felsen. Nett anzusehen. Muss aber nochmal bearbeitet werden. Es ist hier nur drin, damit man mal sieht, wie flau die Kontraste selbst in Kalifornien sein können.

Alles hat seine Schönheit. Morbides und Altes ebenso wie die modernen Designermöbel. An dem obigen Bild wird noch geschraubt. Es hat aus meiner Sicht noch nicht die Wandreife.

Ast. Das ließ sich sehr gut ausarbeiten.

So wie oben sieht der Idealfall aus. Man kann das Umfeld noch erkennen, aber das Hauptmotiv wird sehr deutlich herausgestellt. Das kann so ins Labor gegeben werden.

Baumstumpf. Man fotografiert das schon seit Jahrzehnten so. Trotzdem kann das abgewitterte Holz in seiner Wuchsform immer noch begeistern. Allerdings auch hier nicht wandreif.

Ein anderer Baum, der sich seines Lebens durchaus noch erfreut. Wandreif.

Der ordentliche Gärtner würde hier schon mal aufräumen wollen. Naturfreunde tun das nicht. Die fotografieren das einfach.

Nochmal etwas skurriler Wuchs. Wandreif.

Noch ein paar Verliebte, die sich aufeinander verlassen…

Das war dann mal Point Lobos die Erste in Schwarzweiß. Macht man die Bilder in Farbe, sehen die Bilder nicht nur bunter aus; der gesamte Stil ändert sich etwas, wobei man aber nicht unbedingt anders arbeitet. Man denkt nur anders.