Pentax 645D- Der Diesel unter den Mittelformatern

Pentax 645D mit 2,8/55. Hier schon mit rund 300 Aufnahmen auf dem Tacho.

Ich konnte nicht anders. Geflirtet habe ich schon länger damit, aber irgendwann schneite ein Sonderangebot herein, dem ich nicht widerstehen konnte. Eine 645D stand bei einem Händler zu einem sehr guten Preis im Fenster.

Wie unter Interessierten durchaus bekannt ist, sind digitale Mittelformatkameras im Normalfall sehr teuer und die Objektive sind es noch mehr. Was auch allgemein bekannt ist, ist das Faktum, dass die manuellen Objektive der Film-645 bis hin zur Blendensteuerung kompatibel damit sind. Zudem sind diese Objektive hochwertig in der Abbildungsleistung und sehr preiswert zu haben. Wenn man einen Vergleich anstellt, führt der zu dem Schluss, dass so ein Unterfangen nicht teurer sein muss als eine Canon 5DS mit zwar ein paar Pixeln mehr, aber mit weniger guten Optiken. Zumindest die Canon- Objektive halte ich nach meinen Erfahrungen erst ab der neuesten Generation für wirklich so weit konkurrenzfähig, dass die Pixel der Kamera auch nur annähernd ausgebeutet werden können. Auch wenn andere Leute da anderer Meinung sind. Nur ficht mich das nicht an: Bei den Konkurrenten wie Nikon oder Sony ist das auch so.

Danach kann man mal ein paar Überlegungen anstellen:

  1. Welche Motive sollen fotografiert werden?
  2. Welche Brennweiten werden wirklich gebraucht?
  3. Muss eine schnelle Kamera wirklich sein?
  4. Braucht oder will man große Abzüge?
  5. Wie sind die Gesamtkosten?
  6. Wie finanziert man das Ganze?

Am Anfang steht Frage 1:

Bei mir meistens Landschaften. Mit Brennweiten zwischen in der Regel 28 und 300 mm, verglichen mit Kleinbild als Antwort auf Frage 2. Die Antwort auf Frage drei ergibt sich daraus: Eine superschnelle Kamera ist nicht notwendig; es reicht, wenn die Datenspeicherung der RAWs in angemessenen Zeiträumen abläuft. Frage 4 ist bei mir ein „ja“: Ich will durchaus große Abzüge Die Gesamtkosten und die Finanzierung kann man sich so beantworten:

  • Kamera mit Standardlinse 55/2,8. Die muss erst gekauft und bezahlt sein.
  • Sieben Objektive insgesamt. Zum 55er noch ein 120er Makro, ein 150er, ein 35er, ein 45er und ein 200er Tele. Ein 300 ist in Planung; letzteres sollte in der 6×7-Version sehr preiswert zu haben sein und nach dem anderen muss man etwas suchen und Geduld haben. Das kann man meistens mit etwa 20% des Neupreises der FA-Linsen kalkulieren.
  • Finanzieren kann man das durch den Verkauf von Gebrauchtgerät. Ich habe meine Sammlung aus Leica- Kameras aufgelöst. Meine Bronica wird mich auch verlassen; eine meiner kaum noch genutzten Großbildkameras ebenso und diverse Adapter von anderen Systemen liegen hier auch noch herum und sind überflüssig.
  • Über die Finanzierung schweige ich mich hier mal aus. Wer rechnen kann und gutes Gebrauchtmaterial abzugeben hat, kann sie unter Umständen quasi-umsonst haben, wenn er oder sie die eigene Wohnung von einigem Ballast befreit und Überflüssiges in Geld verwandelt. Das muss sich jeder selbst kalkulieren.
  • Klar ist aber das hier: Ein Rollfilm inklusive Entwicklung liegt in den Kosten bei etwa fünf Euro, wenn man zu Foma greift, nur in SW arbeitet und die Filme selbst durch den Entwickler nudelt. Man braucht aber nicht nur Material zum Entwickeln, sondern auch Gerät, um Abzüge machen zu können und einen Raum, in dem das alles seinen Platz findet. Anders herum: Wenn man auch in Farbe arbeitet, liegt das Gleiche mittlerweile bei etwa sieben bis zehn pro Film. Man muss also je nach Nutzerprofil etwa 800-1200 Filme verschießen, um die Kamera nebst Objektiven auf „Null“ zu amortisieren. Das sind etwa 12-18000 Aufnahmen in 4,5×6. Will man das digital verarbeiten, kommen die Kosten für einen geeigneten Scanner dazu. Der macht auch 1500 Euronen aus, wenn man günstig einkauft. Bei einem nicht vorhandenen Scanner muss man einen Service bemühen. Der kostet in ordentlicher Qualität (4000 dpi) auch noch mal rund 2,60 in JPEG pro Bild, wenn man günstig liegt und die Bilder nicht nacharbeiten lässt. Der Preis ist von einem Dienstleister aus Hannover. Allerdings wird niemand alle Negative einscannen, sondern wahrscheinlich nur die Guten, also wohl etwa 10% aller Aufnahmen. Dann kommt man bei Kosten von 3900 an , wenn man von 1500 Bildern ausgeht.
  • Was man dabei aber immer im Auge behalten sollte, ist, dass so eine Kostenaufstellung zwar mathematisch korrekt ist, am Ende aber der Hedonismus den Sieg davonträgt. Mit anderen Worten: Der Ansatz oben ist reine Theorie. Der Durchschnitt drückt in Digital etwa fünf- bis zehnmal häufiger aufs Knöpfchen als er das bei Film tut. Andererseits ist die Ausbeute bei Film höher. Die liegt meistens bei 10% gegenüber einem Prozentchen in Digital. Für einen Amateur ist es einfach so: Amateure sind meistens Gearheads und solche Leute sind immer an Werkzeug interessiert, wenn es gut ist. Es soll immerhin auch Leute geben, die alle sechs bis zwölf Monate neues Gerät erwerben; und zwar nicht, um die Ausrüstung auszubauen, sondern ausschließlich, um ein anderes System anzutesten. Mit anderen Worten: Würde man nicht fotografieren, hätte man auf dem Sektor gar keine Kosten. Bilder kann man prinzipiell auch mit dem Smartphone machen. Aber wie war das noch mit dem Werkzeug, das ordentlich sein muss?

Frage 5 muss man sich individuell beantworten. Ein gutes Objektivkit aus ein paar Objektiven ist bei einer Kleinbildkamera, zu deren Spezies die meisten Modelle mit vielen Pixeln gehören, ebenso teuer wie bei einer preiswerten Mittelformatkamera wie der Pentax. Im Klartext: Wenn man die Milchmädchenrechnung mal aufmacht, sieht das so aus:

  • Ein neues Telezoom für das Kleinbildformat liegt bei 1800-2000. Nicht ganz Vergleichbares, z.B. ein 150-300 liegt auch in der Gegend.
  • Betrachtet man das in Gebraucht, zahlt man für ein halbwegs aktuelles Telezoom für den Kleinbildbereich etwa 75-80% des Neupreises; im Mittelformat nur etwa 50%. Nimmt man Älteres in Manuell sind das bei Pentax durchschnittlich etwa 20% davon, ohne dass die Bildqualität merklich nachlässt.
  • Vergleicht man die Lichtstärken, kommt Kleinbild besser weg. Aber Mittelformat ist auch nicht für schnelle Bilder gemacht und gedacht.
  • Legt man Dinge wie Lowlight- Tauglichkeit zugrunde, gewinnt ebenfalls das Kleinbildformat. Das liegt allerdings an den relativ kurzen Innovationszyklen bei den kleineren Kameras.
  • Braucht man mehr Detailauflösung und kann auf den Luxus von Lichtstärke und High-ISO verzichten, gewinnt das Mittelformat haushoch. Ist die Mittelformatkamera ein wirklich neues Modell, ist sie übrigens auch bei den Lowlight-Eigenschaften besser.
  • Anders herum gewinnt Kleinbild, wenn man an schnellen Bildern interessiert ist.

Am Ende sehen die Kosten so aus:

  • Kamera 4000(Pentax mit Normalobjektiv) versus 3500 Canon 5Ds ohne Glas.
  • Objektive: Eine L- Linse in Neu durchschniittlich bei 1500, in Gebraucht 1000
  • Fünf Objektive sind die Mindestausstattung: 35er Weitwinkel, Makro, ein paar Teles. Oder Vergleichbares als Zoomobjektive. Bei Gebrauchtkauf also 5000 bei Canon, bei Festbrennweiten liegt unter Verzicht auf den AF bei der Pentax bei 1000-1200.
  • Anders herum: Ein Canon- System würde etwa 8500 kosten, die Pentax habe ich am Ende für etwa 5-6000 als Bruttokosten. Netto ist das allerdings sehr viel weniger.
  • Wie gesagt, der Vergleich hinkt deutlich. Wer anders kalkuliert, kommt auf andere Ergebnisse. Auch dieser Vergleich ist eine Milchmächenrechnung.

Dann hat das Ganze auch noch ein paar Nebeneffekte, die auch nicht zu verachten sind und eine weitere Rolle spielen. Da ist der Drang, die Bude optisch noch ein bisschen cleaner zu bekommen. Platz zu gewinnen und sich von Ballast zu trennen, der nicht mehr gebraucht wird.

Am Ende ist es einfach so, dass der Spieltrieb befriedigt wird. Ein Amateur wie ich kauft sowas vor allem deshalb. Auch wenn man eher nach dem perfekten Bild sucht, was immer die wesentliche Motivation sein sollte.

Gut gemachte Mechanik ist für die meisten Menschen faszinierend. Es gibt sogar Mitmenschen, die genau aus diesem Grund einfach nur Kameras sammeln und nie damit fotografiert haben, ja nicht einmal wissen, wie sie bedient werden.

Die Frage nach der Notwendigkeit sollte man sich als Amateur nicht stellen. Eigentlich braucht auch niemand einen großen Fernseher. Nur: In einen Fernseher kann man nur hineinglotzen und genaugenommen regt das Programm nicht einmal zum Denken an. Heraus kommt da nichts. In eine Kamera kann man auch hineinglotzen, aber man muss dabei denken. Dann erst kommen die Bilder aus dem Ding heraus, die man haben will. Darin liegt der feine Unterschied.

Waum denn nun ausgerechnet Pentax?

Nun, die Antwort ist für mich einfach. Ich konnte sie günstig haben. Man kann damit auch im DNG-Format fotografieren und damit mit ziemlich jeder Bildbearbeitungssoftware arbeiten und vor allem: Mit etwas Glück kommt man günstig an gutes Glas, wie ich ja schon erwähnte. Wer sich schon mal bei Hasselblad umgesehen hat, weiß, dass das eine Menge Geld kosten kann.

Neuer und moderner ist natürlich die 645Z, die einen moderneren Sensor mit mehr Pixeln bietet und schneller ist. Aber wenn man Landschaften fotografiert, braucht man das eigentlich nicht wirklich.

Die größten Schwächen der Kamera

Mir ist aufgefallen, dass sie recht langsam ist. Das war für mich zu erwarten. Sehr langsam läuft allerdings die Datenspeicherung. Zehn Sekunden pro DNG-Bild können da schon mal ins Land gehen. Zudem erreicht auch der Autofokus keine Höchstgeschwindigkeit. Der Sucher der Kamera ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Das kann bei anderen Nutzern anders sein.

Die größten Stärken

  • Es kommt darauf an, was man sehen will. Aber der gelieferte Detailreichtum sticht die Fujis, Canons, Nikons, Sony usw. ohne große Mühe aus, denke ich. Eine Hasselblad ist vielleicht ein bisschen besser, aber auch teurer.
  • Man kann die Stromversorgung auch mit billigen Chinaakkus sicherstellen. Die Kamera verbraucht eher wenig Strom, besonders verglichen mit der Fuji X-Pro2.
  • Gleiches gilt für Zubehör wie den mittlerweile obligatorischen Kabelauslöser.
  • Filter sind ebenfalls billiger, weil sie kleiner sind.
  • Alle 645er A-Linsen sind kompatibel und bis auf den AF ohne Einschränkungen nutzbar.
  • Objektive der 67 kann man daran adaptieren. Damit geht noch die Zeitautomatik. Vor allem einige längere Teleobjektive von der 67 sind sehr interessant. Auch die Nicht-ED-Modelle.
  • Man kann das Gewicht der Ausrüstung auf reisetaugliche 6 Kg zusammmenstauchen, wenn man das will und ein bisschen nachdenkt.
  • Zwei Stativgewinde sind auch erwähnenswert: Man kann die Kamera so immer zentral auf dem Stativkopf montieren, was die Konstruktion schwingungsärmer macht.
  • In meinem Fall waren allerdings die günstigen Objektive ausschlaggebend. Ich habe einige Gläser gekauft, bei denen noch nicht einmal der JCII-Aufkleber abgerubbelt war. An der Qualität der Gläser lag das aber nicht…
  • Wer mit Film arbeiten will: Gebrauchte intakte 645er werden manchmal mit den Objektiven verschenkt. Meine Analoge hing an einem 150er dran und kam als Werbegeschenk mit, weil der Vorbesitzer nichts damit anfangen konnte.

Was man beachten sollte:

  • Das Stativ sollte stabil sein. Sehr stabil. Mein 780er Slik ist das Existenzminimum. Carbon habe ich noch nicht getestet. Wichtig ist auf jeden Fall, dass das Teil sehr stabil ist und weit ausgefahren werden kann(mindestens 180cm) und dass man die Höhe nicht voll ausnutzt.
  • Speicherkarten sollten schnell sein und es sollten keine Micro-SD-Karten mit Adaptern sein. Die sind meistens ziemlich langsam.
  • Das Ladegrät sollte mit einem weiteren, reisetauglicheren Modell ergänzt werden. Je vielseitiger die Stromversorgung, desto besser. Meine neuen Ladegeräte kann man sogar per USB nutzen.
  • Die Kamera und die AF-Objektive sind oft wassergeschützt; die alten A-Gläser aber nicht.
  • Wenn man unterwegs Bilder bearbeiten will, braucht man einen schnellen Laptop. Bei CPUBenchmark.net kann man die Leistungsdaten abfragen. Ab etwa 3500 nach deren Leistungsindex kann man schon recht flott arbeiten. Das geht sogar mit einem gebrauchten Dell- Gerät, das man auf mindestens 8GB RAM aufrüsten und mit einer SSD ausstatten sollte. Den Laptop selbst sollte man mit dem größten Akku nachrüsten, den man kriegen kann. Das kann übrigens auch einer von der Chinarampe sein.
  • Die Datensicherung sollte redundant sein. Man nimmt also mindestens zwei ausreichend große USB-Sticks oder zwei SSDs mit. Will man nur speichern, reichen die Sticks, ansonsten ist die SSD besser.
  • Ersatzakkus sollte man auch haben.

Klar ist damit, dass solche Unternehmungen immer wieder zu denselben Rückschlüssen führen:

  • Man sollte immer das größtmögliche Gerät verwenden. Damals wie heute.
  • Die Grenze des maximalen Formats liegt entweder in der Geldbörse oder im Gewicht. Wer weniger ausgeben will oder kann, kommt meistens auch gut zurecht, weil die Zugeständnisse in der Bildqualität in der Realität erst bei sehr großen Formaten ab über einem Meter an der langen Kante anfangen.
  • Qualität verlangt Geduld!
  • Kameras sind wie Autos: Strenggenommen sind Dinge, die Geld kosten, nur mehr oder weniger unwirtschaftlich. Wirtschaftlich kann so etwas nur sein, wenn es dem Broterwerb dient.

Allerdings wird eines immer vergessen: Entweder man träumt von etwas oder man beginnt einfach mal, etwas zu tun und es konsequent durchzuziehen. Oder man macht es nur halbherzig, springt wieder ab und hat am Ende nur eine Menge Zeit und Geld vergeudet und sich geärgert. Genau das trennt echte Freaks jeglicher Art von „normalen“ und meistens langweiligen Leuten. Langfristig sind übrigens die Freaks erfolgreicher, weil das die Leute sind, die sich intensiv mit etwas befassen können und in der Lage sind, sich selbst einen gewissen Grad an Expertise aufzubauen. Das Thema, mit dem man sich dabei beschäftigt, ist dabei egal: Dabei kann es sich z.B. auch um die Geschichte des Kochtopfes handeln…

 

 

 

 

USA: Möglicherweise wichtige Überlegungen zu einer Rundreise

Man ist ja auch mal in den Ferien und man macht dort auch Bilder. Mich zog es, wie in früheren Zeiten auch schon, in die USA, genauer nach Kalifornien und Nevada. Besucht habe ich in der Hoffung auf ein paar gute Bilder Yosemite und Point Lobos und einige andere Orte, die mir sogar noch wichtiger erscheinen mögen und über die ich mich in der nächsten Zeit äußern werde. Einige andere Parks, die hier in Deutschland ebenfalls sehr bekannt sind, habe ich wiederum ausgespart. Mir war nicht das schnelle Durchfahren wichtig, sondern eher das langsamere und gründlichere Vorgehen, soweit man das als Tourist überhaupt tun kann. Einige Stellen habe ich nur einmal besucht und einige zweimal.

Zu Reise selbst: Ich bin nach einiger Suche und einigem Überlegen von Amsterdam per Nonstop- Flug nach Los Angeles geflogen. Das Auto wurde bei einem Hotel geparkt und dort auch eine Nacht vor dem morgendlichen Abflug geschlafen. Ansonsten wäre eine Anreise per Auto über Nacht fällig gewesen. Mit allen Unwägbarkeiten und Risiken wie Staus und Unfällen oder einer eventuellen Panne, die man auch mit einem verlässlichen Gefährt haben kann. Die Unterstellkosten waren ziemlich gleich mit denen in einem Flughafenparkhaus. Mit dem Unterschied, dass die Übernachtung und ein Frühstück gratis dazukamen. Schön das. Über „die Holländer“ konnte ich mich ohnehin noch nie beschweren, auch in Amsterdam nicht. Insoweit war alles in Ordnung und ich konnte mein Fahrzeug nach der Rückreise unbeschadet wieder in Empfang nehmen.

Hier mal ein paar Details zu meinen Überlegungen:

  • Flüge in Richtung Westküste dauern lange. Man muss ab Europa etwa 11-12 Stunden für die Hauptstrecke einplanen.
  • Wenn man den Flieger wechselt, ist es besser, eine Zeitreserve von mindestens zwei Stunden am Umsteigeflughafen einzuplanen. Das Gepäck braucht seine Zerit zum Anschlussflieger und der Fluggast selbst auch. Dann sollte man nicht vergessen, dass auch ein ankommender Flieger zu spät sein kann.
  • Mit jedem Flugzeugwechsel steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Gepäck im falschen Flieger landet und man damit seine Habseligkeiten erst einen oder zwei Tage später in Empfang nehmen kann.
  • Langes Sitzen ist immer ungesund. Man sollte während des Fluges ab und zu im Flugzeug herumlaufen und eine Weile herumstehen. Platz dafür ist immer irgendwo.
  • Auf Flughäfen herumzulungern und zu warten ist langweilig.
  • Nonstopflüge mit Liniengesellschaften sind meistens teurer als welche mit Zwischenstopps. Der Grund liegt in der Auslastung der Regionalflugzeuge.
  • Der Mehrpreis ist aber nicht mehr so hoch, wenn man zur rechten Zeit bucht.
  • Der Sitzabstand sollte ausreichend sein. Die angegebenen 78cm in den KLM-Fliegern, die ich genutzt habe, reichen nach meiner Einschätzung bis etwas unter 190 cm Körpergroße, wenn moderne Sitze eingebaut sind.
  • Wer fotografieren will, sollte eine Kamera schussbereit haben und am Fenster sitzen, um seine Nachbarn nicht allzusehr zu belästigen.

Der Flug war gut; und vor allem: Wir hatten sehr klares Wetter. Die Gelegenheit, England und Südschottland aus der Luft zu betrachten, ist auch eher selten. Genossen haben das fast alle im Flieger. Der Service im Flugzeug war gut und die Sitze für einen Menschen meiner Dimensionen durchaus komfortabel. Das Flugzeug war eine Boeing 747C; der hintere Teil der Kabine diente als Frachtraum.

Zum Thema Fotografie.

Ich hatte das hier als Ausrüstung mit:

  • Zwei Fujis; die X-Pro1 und die X-E2.
  • Das 2,8-4/18-55.
  • Das 3,5-4,8/55-200.
  • Das 2,8/14.
  • Das 1,4/35.
  • Das 1,4/23
  • Das 1,2/56
  • Je Kamera Zwei Ersatzakkus.
  • Zwei Billigladegeräte, die man auch im Auto einsetzen kann.
  • Bei den Ladegeräten wird es eine Änderung geben. Man bekommt mittlerweile auch Geräte für den USB-Anschluss. Diese sind kompakter und leichter. Als Netzteile werde ich einfach einen Satz USB-Netzteile für Smartphones mitnehmen. Wer das gerne zentral hat, kann auch ein 50W- Netzteil erwerben. Es geht aber um die Ausfallwahrscheinlichkeit des Systems, die mit mehreren kleinen Netzteilen geringer ist.
  • Ein kleines Stativ(Togopod, ca. 900g bei max. 160cm Auszug).
  • Polfilter für die Objekitve.
  • Kabel- und Drahtauslöser.
  • Extrem wichtig ist ein Pinsel zum Entstauben der Objektive oder ein Lenspen! Ich habe meinen nicht vergessen, aber manche Leute denken nicht daran und Fotogeschäfte sind in der Wüste Mangelware.
  • Notizblock und Schreiber.
  • Einen kleinen Notebook als Datenschaufel und zum Buchen der nächsten Zimmer, um flexibel zu bleiben.
  • Ein bis zwei USB-Sticks mit ausreichender Speicherkapazität zur Datensicherung sind sinnvoll.
  • Nicht vergessen: Einen oder zwei Schuko-Adapter für die amerikanischen Steckdosen und eine Mehrfachsteckdose mit drei bis fünf Ausgängen. Ein 5m- Verlängerungskabel für das Notebook ist sinnvoll, weil man manchmal nur im Bad auf freie Steckdosen stößt.
  • Ebenfalls sinnvoll: Eine Mehrfachsteckdose für den 12-V-Anschluss im Auto. Ich habe meine nicht gebraucht, aber man sollte das trotzdem parat haben, falls einem unterwegs die Kameraakkus ausgehen.
  • Die hier genannte Mehrfachsteckdose kann man auch weglassen, wenn man sich einen passenden USB-Adapter mit mindestens drei Ausgängen besorgt. Dieser sollte eher leistungsstark sein(also mindestens 2A pro Anschluss liefern). Im Klartext: Man stelle alles, was mit Akkus läuft, auf USB-Lader um.
  • Verpackt habe ich das Ganze bis auf das Stativ in einem Bilora-Rucksack, der gerade noch ins gängige IATA- Handgepäckmaß passt. Das Stativ reiste im Koffer.
  • Zusätzlich im Kofferraum meines Mietwagens: Eine Palette mit Halbliterflaschen Mineralwasser. Die gibt es günstig in den Supermärkten.

Das klingt nach viel Zeug und das ist es auch. Aber ich kann auch das hier sagen: Ich habe praktisch alles Genannte mindestens einmal gebraucht und benutzt und kann damit die Behauptung, dass man in den USA vor allem Weitwinkelobjektive braucht, deutlich und vehement widerlegen. Auf die 1,4er Linsen kann man eventuell verzichten und das 14er kann man auch durch das neue Weitwinkelzoom ersetzen, wenn man keine Lowlight-Bilder machen will. Über ein längeres Teleobjektiv kann man auch noch nachdenken. Aber insgesamt hat sich diese Zusammenstellung bewährt.

Damit ergeben sich diese Ergänzungsmöglichkeiten:

  • Man kann auf die meisten 1,4er Linsen auch verzichten, wenn man keine Lowlightbilder machen will. Eine sollte aber dabeisein.
  • Ergänzen werde ich meine Ausrüstung noch durch etwas Längeres im Bereich von etwa 400mm. Wahrscheinlich durch das neue Fuji-Zoom, das Anfang nächsten Jahres erscheinen soll(2016).
  • Graufilter haben sich als ein „Nice-To-.Have“ erwiesen. Ich habe welche in den wichtigsten Größen (58 und 62mm) nachgekauft.
  • Polfilter sind unverzichtbar.
  • UV-Sperrfilter sollte man auch haben, braucht sie aber nicht unbedingt.
  • Auf das Stativ kann verzichtet werden, wenn man eine ruhige Hand hat. Ich würde es trotzdem mitnehmen.
  • Das zweite Gehäuse erspart einem nicht nur den Objektivwechsel, sondern schützt die Kameras auch vor eindrigendem Schmutz, weil man nicht laufend die Objektive wechseln muss.
  • Der Laptop wird bei mir einem schnelleren Modell weichen, trotz des höheren Stromverbrauchs.

Wichtiges Zeug, das man mitnehmen sollte: Navi, Adapterstecker, mindestens zwei Ladegeräte. Nicht auf dem Bild: Mehrfachsteckdose.

Die technische Seite:

Ich habe die Kameras grundsätzlich mit fast nur einer ISO-Einstellung genutzt. Das war 400. Eingestellt habe ich als Simulation „Velvia“ und aufgenommen wurde alles im RAW-Format. Nachgearbeitet und gewandelt in Lightroom 5.7. Der Notebook war ein AMD C-60 mit einem größeren Akku, um ihn auch am Flughafen oder unterwegs nutzen zu können, ohne dass der Strom zu schnell ausgeht. Die Akkulaufzeit des Gerätes liegt bei etwa 11 Stunden mit einem 6,6AH-Akku. Das Gerät ist aber zu langsam für die Bildbearbeitung

Der Computer zur Datensicherung:

Es kommt auch ein bisschen darauf an, was man damit tun will. Wenn man wie ich nur die Hotels damit bucht und Daten sichert, reicht prinzipiell auch ein Tablet mit ein paar USB-Anschlüssen. Allerdings ist ein Laptop komfortabler und meistens nicht teurer in der Anschaffung, wenn man auf einen superschnellen Prozessor verzichten kann und sicher ist, dass keine Vor-Ort-Nachbearbeitung der Bilder geplant ist. Hier mal eine Checkliste:

  • Prioritäten setzen: Entweder energiesparend oder schnell.
  • Einen kleinen AMD C60 kann man z.B. mit einem 6,6 AH-Akku betreiben, der locker mal elf Stunden durchhält.
  • Ein I5-2540 läuft dagegen mit einer ähnlichen Energiemenge nur etwa 3-4 Stunden.
  • Der genannte I5 ist dafür aber auch für die Bildbearbeitung einsetzbar, ein C60 definitiv nicht.
  • Sinnig ist es, ein kleines und leichtes Gerät zu haben. Der Rücken, der Kamerarucksack und die anderen Passagiere im Flieger werden das dankbar zu Kenntnis nehmen.
  • Kleine Bildschirme in schnellen Rechnern sind teurer als große.
  • Man kann bei einem schnellen Laptop auch einen Gebrauchtkauf in Erwägung ziehen. Es kursieren ausreichend Leasingrückläufer im Netz, die zudem auch sehr günstig zu haben sind.
  • Gebrauchte Apple-Laptops sind meistens langsamer, älter und teurer. Man muss schrauben können, um die Akkus zu wechseln, die man aber auch durch Nachbauten ersetzen kann, die aber immer noch teurer als die für die Windows-Laptops sind. Deswegen nutze ich sie nicht. Man kann sie natürlich trotzdem auch dafür nehmen, wenn man schon einen hat, weil das den Lernaufwand reduziert.
  • Der Laptop sollte mit einer SSD und mindestens 8 GB Speicher ausgestattet sein. Das kann man aber auch nachrüsten.
  • Das Betriebssystem sollte die 64Bit-Version sein. Ob Windows 7 oder 8 ist für die Funktion nicht relevant. Ich würde aber wegen der Updates mindestens zu Version 8 oder 8.1 greifen. 32Bit-Betriebssysteme können zudem nur etwa 3GB Arbeitsspeicher ansprechen, was bei einigen Bildbearbeitungsprogrammen schon zu Hängern und Fehlermeldungen führt. Wenn der gekaufte Rechner nur ein 32Bit-System hat, sollte man auf jeden Fall auf eine 64Bit-Version umsteigen. Das gibt es auch gebraucht.
  • Die Leistung der CPU kann man bei Benchmark- Testseiten abfragen. Ab etwa Leistungsklasse AMD 960 ist bereits einigermaßen flüssiges Arbeiten und Rendern in vernünftigen Zeiträumen möglich.

Ich habe mich für die Version mit dem Energiesparer entschieden, werde das aber in den nächsten Ferien dort ändern, weil sich eine Bildbearbeitungsmöglichkeit unterwegs doch als wichtig herausgestellt hat.

Meine Vorgehensweise in Richtung schnellerem Kompaktlaptop ist diese hier: Einen gebrauchten Leasingrückläufer mit ausreichend Leistung habe ich mit 4 GB Arbeitsspeicher gekauft. Diesen auf 8 GB und eine SSD umrüsten lassen. Das OS war eine 32Bit-Version, die einer 64bittigen weichen musste. In meinem Fall ist das ein Dell-Rechner; eine DVD nebst legalem Lizenzaufkleber von denen lag noch bei mir im Regal, weil ich für meinen heimischen Rechner lieber zu einer Vollversion gegriffen hatte. Ein Vermögen kostet das aber nicht. Dann sollte man den Akku ersetzen, auch wenn der Alte noch in Ordnung zu sein scheint. Am besten nimmt man auch hier das dickste Modell, das aufzutreiben ist. Bisher haben sich die chinesischen Nachbauten bei mir durchaus bewährt.

Wenn das alles da ist, kann man den Rechner einrichten, die Software installieren und damit u.U. auch eine der Blechkisten unter dem heimischen Schreibtisch ersetzen.

Wer Lust hat, kann auch die Banking-Software darauf installieren. Das ermöglicht eine bessere Kontrolle der Ausgaben und Abbuchungen. Und man sollte nicht vergessen, ein Office-Paket darauf zu installieren, um in Excel zumindest eine Liste mit den Ausgaben und dem Zahlungsmittel zu haben. Im Fall eines Diebstahls der Kreditkarte kann das sehr hilfreich sein. Nicht nur für einen selbst, sondern auch noch für andere Leute bis hin zur Polizei, die den Täter so eventuell schneller fassen kann.

Telefonieren

Man sollte ein Smartphone besitzen, das folgende Eigenschaften besitzt:

  • Android- oder Apple- Betriebssystem. Damit kann man auch tethern(das Gerät also als Router nutzen), wenn die Netzwerkkarte im Laptop das WLAN im Motel aus unerfindlichen Gründen nicht mag. Das ist mir einmal untergekommen. Man muss dann zwei Interfaces nutzen: Das Internet kommt per WLAN auf das Telefon und das wiederum kann man über einen USB-Anschluss mit dem Laptop verwenden. Empfangen und Weiterleiten über dasselbe Interface funktioniert nicht. Das liegt aber an der Netzwerktechnik an sich, nicht an den Telefonen.
  • Quadband- UMTS. LTE kann man nehmen, braucht es im Allgemeinen aber nicht.
  • Zwei SIM-Kartenslots; in einem bleibt die Heimat- Simkarte für Notfälle; in dem anderen findet eine Prepaid-Karte aus den USA Platz
  • Das beste Netz bietet AT&T. T-Mobile kann in der Realität man nur in Großstädten und nur mit speziellen Telefonen nutzen, wenn man nicht unbedingt 600 Euronen in den Ackerschnacker investieren will.
  • Die Karte sollte bereits vor Abflug aktiviert sein.
  • Mindestens zwei GB Internetvolumen dazukaufen. Ich habe zwar nur gut 600 MB verbraucht, aber das WLAN im Hotel kann auch mal nicht funktionieren. Das hatte ich in einem Motel. Dann kann man wiederum tethern und trotzdem buchen. Wichtig ist das vor allem, wenn man die Unterkünfte vor Ort buchen will, um Last-Minute-Angebote auszunutzen oder spontan handeln zu können.
  • Ausreichend Speicher oder einen SD-Kartenslot. Ich habe ein 8GB-Motorola Moto G2 und eine 32GB-Karte darin benutzt, was ausreichend ist.

Die SIM- Karten, die man in Deutschland erwerben kann, bieten meistens genau diese Eigenschaften und werden vom Anbieter aktiviert. In den USA hat man damit eine Telefonie- Flatrate und man bekommt zudem man einige Minuten(Bei mir waren es 200) für Telefonate nach Deutschland dazu, was sich in Notfällen als sehr nützlich erweisen kann.

Die Geldversorgung

Eine Kreditkarte. Master oder Visa sind die gängigsten und eigentlich überall akzeptiert.

Wenn man die Maestro-Karte nutzen will, um direkt vom Konto Geld abzuheben, ist Folgendes wichtig:

  • Das Limit dieser Karten ist außerhalb Europas begrenzt. Meistens sind das 200 Euro pro Woche. Das dient sowohl der Sicherheit der Kunden bei Diebstahl als auch der der Bank, um deren Schaden einzugrenzen.
  • Maestro-Karten können für diesen Zweck nach Wunschbeträgen freigeschaltet werden. Das macht die Hausbank. Ich wusste das nicht, mein Banker auch nicht und ich habe das dann von den USA aus organisiert. Jetzt wissen wir beide das.
  • Buchungen vom Girokonto in Richtung USA laufen manchmal zeitverzögert. So kann es passieren, dass man kein Geld mehr bekommt, auch wenn man das Wochenlimit der Karte eigentlich nicht ausgenutzt hat. Man sollte also den doppelten Betrag dessen freischalten lassen, was man in bar zu bezahlen gedenkt. Gerechnet wird das übrigens nicht von Montag bis Sonntag, sondern von Mittwoch bis Mittwoch!
  • Die Freischaltung ist zeitlich limitierbar, was für Touristen empfehlenswert ist.
  • Maestro-Karten mit Chipkarte funktionieren meistens nur an Automaten mit Chipkartenleser. Das sind meistens Filialen von Wells Fargo oder JP Morgan Chase, kurz „Chase“, die man aber in jeder Stadt finden kann. Wells Fargo funktioniert sicher. Chase habe ich nicht getestet.
  •  Andererseits ist das Geldabheben damit billiger als mit der Kreditkarte.

Das soweit zur Materialliste.

Einkaufen

Jeans sind in den Staaten sehr billig zu haben. Dort sind sie keine Mode, sondern in erster Linie Alltagskleidung, die man auch auf der Arbeit trägt. Sie werden also nach wie vor zu ihrem eigentlichen Zweck eingesetzt.

Das bedeutet, dass man die Standardmodelle in der Grundfarbe Blau sehr preiswert haben kann. Ob es sich allerdings lohnt, deswegen in die USA zu reisen, ist fraglich. Man kann sich auch mit Ware von Sears eindecken, die von dort nach Europa verschifft wird. Eine Ersparnis ist immer noch vorhanden und man hat das Kontingent, das man abgabenfrei per Flugzeug einführen darf, für andere Zwecke frei. Der Nachteil sind die Versandkosten.

Alllerdings kann man das auch nutzen und sich im nächsten Supermarkt einer wohlbekannten Kette eindecken und so den Koffer mit wenig Zeitaufwand packen. Man sollte aber mindestens einen Satz Unterwäsche, ein Hemd zum Wechseln und ein Paar Socken zur Reserve dabei haben, um nicht allzu lustig zu riechen…

Andere Dinge wie z.B. Kabel sollte man in Europa kaufen. Ich habe versehentlich eines meiner USB-Kabel zerstört und musste feststellen, dass die in den USA im Allgemeinen sehr teuer sind. 6 Fuß Länge (ca. 1,8m) kann man auch in den Billigmärkten mit etwa 20 Dollar veranschlagen, wenn es gerade keine Sonderangebote gibt. Besser ist also ein Ersatzkabel aus Deutschland. Das kann man für etwa 2-3 Euro aus dem Versandhandel haben. Allerdings hatte ich Glück dabei. Einen Ersatz konnte ich für fünf Dollar auftreiben.

Tanken

Die Tankstellen dort sind mittlerweile durch die Bank Kartentankstellen, an denen man auch in bar zahlen kann. Man kann das also auch als Zapfsäule mit Laden dran sehen. In den Staaten muss eben alles etwas schneller gehen und so kann man den zeitraubenden Stopp eben um den Weg zum Kassierer abkürzen.  Als Kunden sind sie eben anders, die US-Amerikaner.

Tanken funktioniert in den USA für Europäer nur noch gegen Vorkasse oder per Karte. Es sind wohl zu viele Leute abgehauen, ohne zu zahlen. Man muss als Nicht-Ami grundsätzlich zum Kassierer gehen, den Betrag ansagen, für den man tanken will, zahlen und kann dann nachfüllen. Wenn der Tank vorher voll ist, wird der Restbetrag erstattet. Die Kartenleser autorisieren keine deutschen Kreditkarten, weil dort aus Sicherheitsgründen die ZipCodes(Postleitzahlen) der Wohnorte der Karteninhaber hinterlegt sind. Das gilt aber nur für Orte in den USA. Deutsche Postleitzahlen werden manchmal genommen, in der Regel aber nicht. Man kann aber auch die Kreditkarte beim Kassierer lassen, einfach volllaufen lassen und dann damit zahlen. Wichtig ist auch: Die Karte wird bei Nichtautorisierung nicht gesperrt oder einbehalten. Sie wird einfach als „hier nicht gültig“ gesehen.

Die Einreise in die Staaten

Dass man eine ESTA-Genehmigung braucht, um dort einzureisen, sollte mittlerweile jedem Besucher klar sein. Einen Ausdruck der Genehmigung braucht man nicht. Es ist aber besser, den in der Hand zu haben, falls an der Immigration doch danach verlangt wird.

Einen Kugelschreiber sollte man ebenfalls dabei haben, um das Einreiseformular auszufüllen. Falls vergessen: Das Kabinenpersonal im Flugzeug hat solche Heiligtümer immer in irgendeiner Tasche.

Alles Andere geht problemlos und schnell. Ich habe für die Prozedur 10 Minuten gebraucht und konnte dann zum Baggage Claim weiterziehen, um meinen Koffer aufzunehmen.

Im Normalfall geht also alles ohne Probleme.

Unterkünfte

Die kann man, wie ich das getan habe, online buchen. Der Preis ist meistens keine direkte Aussage über die Qualität der Häuser. Wer mit einer alten Einrichtung leben kann, kommt übrigens billiger unter. Wer keinen LCD-Fernseher oder HDTV braucht, spart meistens zusätzlich.

In einigen Häusern wird das Frühstück gleich mitverkauft. Wenn der Preis in Ordnung ist, kann man das nehmen, sollte sich aber im Klaren darüber sein, dass das Frühstück in den meisten Unterkünften nur „Continental“ ist. Es besteht vor allem aus Waffeln zum Selbstbacken, Ahornsirup, manchmal Konfitüre und einer Auswahl an Cornflakes- Abkömmlingen. Meistens wird noch Orangensaft angeboten und den Kaffee bekommt man immer dazu.

Wird es nicht angeboten, muss man je nach Hunger pro Magen bis etwa 13 Euro inkl. Trinkgeld kalkulieren, wenn man morgens viele Kalorien braucht. Allerdings wird man auch pappsatt davon.

Orientierung und Navigation

Man hat mehrere Möglichkeiten, sich in den USA zu orientieren. Da gibt es den Papierklassiker namens Karte oder Atlas, den Stadtplan, Wegebeschreibungen aus dem Internet und natürlich die GPS-Navigation. Ein Navigationssystem kann man mit dem Auto mieten. Das kostet je nach Vermieter einen kleinen Aufpreis in Höhe von sechs bis zehn Euro pro Tag. Wenn man also nur einmal einreist und dort ein bisschen herumfährt, ist das eigentlich die richtige Wahl. Will man länger als etwa zwei Wochen bleiben, ist die Beschaffung eines Billiggerätes aus dem Internet meistens schon günstiger. Auch Gebrauchtgeräte werden hierzulande öfters angeboten.

Wer sich etwas auskennt, kann auch nach einer Mall mit einem Elektronikladen oder einem Warenhaus wie K-Mart suchen und dort versuchen, ein Gerät zu bekommen. Solche Läden findet man in irgendwelchen Einkaufszentren, die meistens an irgendeinem Highway liegen. Zu finden sind sie meistens nach einem ganz einfachen Muster: Nach Werbeschildern Ausschau halten, dann die nächste Abfahrt nehmen, rechts abbiegen und meistens die zweite Straße rechts abbiegen(Die Erste ist meistens die Highway-Auffahrt in Gegenrichtung) oder geradeaus bis zur Mall weiterfahren.

Dann hat man noch das Handy und einige Software, auch gratis, die man dazu hernehmen kann. Das ist allerdings heikel, wie ich erfahren musste. Google Maps funktioniert ohne Internetverbindung nicht und die freien Versionen wie Here gehören auf dem Gebiet zu den Totalversagern, weil das Programm zwar die Karten auf dem Telefon hat, aber nicht die Datenbank mit den Adressen. Insofern ist ein separates Gerät immer noch Erste Wahl.  Zumindest, bis man das Internet am Laufen hat, das mir auch noch Probleme bereitet hatte, weil die Angaben der APN-Server in der Konfiguration falsch waren und manuell umgestellt werden mussten, ich das aber nicht wusste. Also ein schlechter Start, der aber zu einem guten Ausgang der Sache führte. Man war halt schon 20 Jahre nicht mehr dort und die Dinge haben sich eben geändert.

Wenn man das Internet am Laufen hat, wird sich herauskristallisieren, dass ein Navi manchmal bestimmte Adressen nicht hat oder dass man sich diese ergoogeln muss. Navgationssysteme sind eher für die Stadt gemacht und weniger für die Suche nach Nationalparks. Dafür wiederum gibt es Maps, das sich dort als hilfreich erwiesen hat: Man kann sich eine bestimmte Einfahrt einfach dort heraussuchen und sich dann mittels Maps dahin navigieren lassen. Das kann wichtig werden, wenn man eine bestimmte Einfahrt sucht, die keine typische Hausadresse hat, an denen sich die normalen Systeme orientieren.

Hier gilt: Auf der einen Seite muss man konservativ denken und sich nicht auf die Apps aus den Shops verlassen. Auf der anderen Seite hat sich die Navigation per Internet vor allem in Sonderfällen bewährt. Für das erste Hotel reicht allerdings das normale Navigationssystem.

Sinnig ist es auch immer noch, sich einen Straßenatlas zu besorgen. Das kann man auch in der Heimat tun. Das wiederum, um die Tourenplanung grob vorzubereiten und um sich einen Überblick über das Fernstraßensysem in den USA zu verschaffen. Zudem kann das die Vorfreude steigern. Wenn man den vergessen hat: Auch sowas gibt es bei einigen Supermarktketten. Nach einem RandMcNally suchen und die größere Ausführung nehmen. Die Dinger liegen meistens in der Zeitschriftenecke herum. Wie man dahin kommt, habe ich ja schon beschrieben. Atlanten sind an Tankstellen interessanterweise eher selten zu bekommen, wie mir in Los Angeles aufgefallen ist.

Mittlerweile hat sich der Markt für Naviagtionssysteme ein bisschen geändert. Firmen wie Tomtom bieten mittlerweile auch Geräte an, die überall auf der Welt genutzt werden können. Wenn man ohnehin etwas Neues braucht und sowas nicht im Auto eingebaut hat, kann man auch zu so einem Gerät greifen, das nicht wesentlich teurer ist als eines, das nur Europakarten hat. Mein nächstes Gerät wird so eines werden. Zumal der Hersteller kostenfreie Kartenupdates für die gesamte Lebenszeit des Geräts anbietet.

Bilder kommen demnächst.

 

 

Trommeldonner in Knesebeck aus Fotografensicht

Drum Thunder 2 hieß die Veranstaltung, die am 29.12.12 im Knesebecker Schützenhaus stattgefunden hat. Veranstaltet hat das Ganze die Vision Drum School aus Berlin, die einige Schüler in der Region hat.

Wie es denn so ist, haben soziale Netzwerke auch eine Funktion, die weit über die Werbung hinausgeht. Man kann nämlich auch Kontakte anbahnen. Ich war so frei und habe ein solches Netzwerk zur Kontaktanbahnung genutzt und Erfolg damit gehabt.  Man frage nach eine Fotogenehmigung und bekommt sie nach einem kurzen Telefonat. Die Nummer sei hier nicht verraten.

Es ging natürlich um etwas: Ich wollte seit langem mal wieder das tun, was fotogafisch einen Riesenspaß macht und hatte nebenbei noch die Gelegenheit bietet, sowohl anderen als auch sich selbst einen Gefallen zu tun.

Die Veranstaltung selbst entpuppte sich als nichts anderes als eine sehr gute Talentschau, bei der Schüler eines gewissen Tyronne Silva und eines gewissen Herrn aus Düseldorf namens Manfred von Bohr auftreten sollten. Ergänzt wurde dieses Dream Team durch Martin May, einem ebenfalls sehr guten und in der Szene bekannten Drummer und Lehrer. Diese drei Jungs bildeten gleichzeitig den Top- Act des Abends. Es gab also schöne und schön laute Musik zu hören.

Kenner wissen, wer diese Leute sind: Ich habe dort mit Fans gesprochen, die im Normalfall 200-300 Km zu Konzerten dieser Musiker anreisen und aus der Region sind. Die Freude über diese Performace haben diese Leute übrigens nicht verborgen.

Den Abschluß bildete spät in der Nacht eine örtliche Größe namens Mopilots, die sich mittlerweile darauf spezialisiert hat, Musik anderer Leute zu covern und die primär auf Schützenfesten und ähnlichem auftritt. Wie mir der Bassist der Band sagte, macht dieses Quartett Musik vor allem zu eigenen Vergnügen und um anderen, namentlich das Publikum,  das auch zu vermitteln. Einen besonderen Ehrgeiz mit dem Blick auf allzu großen Ruhm haben sie nicht. Schlecht war das Gelieferte deshalb nicht, im Gegenteil: Es gab Spielfreude und Qualität zu hören, wobei die Qualität das Resultat der Spielfreude ist.  Auf den Bildern kann man das auch sehr schön sehen.

Wer Konzerte oder ganz allgemein „Musik“ fotografiert, lebt besonders bei Drumfestivals sehr schwer. Man muß viele Bilder machen, um die Musiker richtig zu treffen und versuchen, die Bilder so hinzubekommen, dass auch ein Außenstehender, der nicht dabei war, die Musik fast noch hört, wenn sie längst vergangen ist. Ob mir das gelungen ist, weiß ich nicht. Ich weiß genaugenommen nicht einmal, ob die Bilder wirklich gut sind. Das beurteilen am Ende andere.

Um das hinzubekommen, gibt es mehrere Wege. Der meinige sah dieses Mal so aus: Ich habe mir auf Youtube einige Video angesehen um einmal von der Gestik der Musiker einen Eindruck zubekommen. Zudem ist es sinnvoll, sich soweit wie möglich mit der „Privatergonomie“ der Musiker vertraut zu machen. Es gibt keinen einzigen Drummer, der sein Set so aufstellt wie der andere. Dabei geht es nicht nur um Links- und Rechtshänder, sondern auch um die Abstände einzelner Trommeln, Becken, Cymbals etc. und ihre Positionen auf der Bühne. Es gibt zwar ein paar Standards, die sich aus der normalen Spielweise ergeben(Snare z.B.  immer in der Nähe der Basstrommel, Toms meistens oberhalb der Bassdrum), aber bereits die Abstände der Becken untereinander legen fest, ob der Musiker gut arbeiten kann oder nicht. Zudem entsprechen nicht alle Menschen dem „Normeuropäer“, der durchschnittlich wohl 1,72m groß ist und dessen Armlängen immer gleich sind. Schlagzeugspielen ist körperliche Arbeit, die anstrengender ist, als mancher sich das vorstellen kann. Schlagzeuger sind es zudem nicht gewohnt, wirklich im Vordergrund zu stehen. Das sollte man auch beachten. Mir sagte ein örtlicher Fotograf etwa das hier: „Die Schlagzeuger lernen’s nicht: Sie sollten einfach mal den Kopf stillhalten, damit man Fotos machen kann“. So geht das natürlich nicht. Diese Wunschäußerung ist nur als Spaß zu verstehen und wäre in der Realität natürlich eine vollkommen überzogene Forderung. Als Fotograf sollte man das auch beachten: Kopfbewegungen sind nichts für Schärfefanatiker, aber Unschärfen lassen sich sehr schön in die Bilder einbauen. Auch Fotografen sind manchmal Künstler.

Wenn man die Oberfläche abgedeckt hat(Bilder und Videos sind zuerst einmal immer oberflächlich), dann sollte man sich auch mental vorbereiten. Hier hat jeder seine eigene Methode. Ich nutzte einfach nächste Bassbox dazu: Einfach davorstellen und sich so lange bewummern lassen, bis man selbst im Takt einen eigenen Rhythmus gefunden hat und dann die Kamera einschießen. Vor Beginn  kann man eventuell noch ein Bierchen trinken, aber nicht mehr. Eines beruhigt, mehr ist nicht gut.

Auch Musiker stellen sich auf ihre Performance ein. Dabei hat jeder seine eigene Methode. Silva z.B. fokussiert sich ganz öffentlich, indem er hinter dem Drumset einfach mal eine Runde meditiert und dies auch durch die abgespielte Musik kundtut. Ein Problem damit hatte niemand im Publikum. Andere sind einfach etwas nervös vor dem Auftritt und wieder andere gehen auf die Bühne wie Otto Normalverbraucher zum Einkaufen. Hier mal der 1:1- Kommentar eines Fans zu Silvas Meditation: „Haste das gesehen, der macht das immer so. Zuerst mal meditieren und innerlich vorbereiten und dann geht der wie eine Maschine. Fehler wirste in seiner Performance keinen einzigen finden.“

Sinnvoll ist es auch, sich während des Soundchecks im Saal umzusehen, wenn man das darf(Dort durfte ich). Ich kenne zwar die Halle dort sehr gut, weil ich in Knesebeck aufgewachsen bin, aber ich hatte nicht mehr genau in Erinnerung, welche Brennweiten notwendig sind, um die Bühne abzudecken. In dieser Halle waren es meine Neiuerwerbung, das 1,4/50, ein 1,8/85 und ein 2,8/24-70mm. Man braucht einfach weniger Gepäck im Sinne von Objektiven.

Zudem sollte man eher drei- als zweimal kontrollieren, ob alles Notwendige in der Tasche ist. Dabei sollte man vor allem an genügend Verbrauchsmaterial im Sinne von Energie und Speicherkapazität denken: An Speicherkarten und Akkus sollte kein Mangel herrschen. Auf der anderen Seite muss man sich auch nicht überpacken. Ich hatte einen Akku in der Kamera und einen zweiten in der Tasche. Das Gleiche gilt für die Speicherkarte. Aufgenommen habe ich alles in JPEG mit maximaler Auflösung. Insgesamt waren es genau 944 Aufnahmen. Die gute Nachricht ist, dass am Ende des Abends noch 45% Energie im Akku waren und dass auf der eingesetzten 8GB- Karte noch Platz für rund 300 Aufnahmen war. Diese Angaben stammten aus der Kamera. Der Rückschluss sagt damit, dass eine Batterieladung mindestens 1300 Aufnahmen weit reichen sollte und dass Ähnliches auch für die Speicherkarte gilt.

Zudem sollte man bei den Aufnahmen auch die Intro, soll heißen, die Vorstellung der Künstler im Allgemeinen und die Danksagungen am Anfang nutzen, um sich selbst aufzuwärmen. Das erleichtert das Fotografieren bei kritischem Licht und erlaubt einem, sich auf die Atmosphäre im Saal einzustellen.

Damit sind wir bei dern ersten Bildern, hier handelt es sich genau darum:

Schottische Musik zum Start. Tom an den Keys.

Hier kann man sehr schön sehen, was einen bei einem solchen Event erwartet: Das Ganze ist nichts für Gruppenbildfotografen und schon gar nichts für Freunde „natürlicher“ Farben. Das Licht sollte so aufgenommen werden, wie es kommt. Blitzgeräte sind daher ein absolutes Tabu!

Ähnliches Bild mit beinahe „weißem“ Licht. Trotzdem kommt die Anspannung der Musiker rüber, denke ich. Tom und Alex.

Ebenfalls wichtig als Studie zum Einstieg ist die erste Ansage: Hier werden beispielsweise Sponsoren und Helfer bekanntgegeben. Hier war gehörten besonders liebe Worte einem örtlichen Spielmannszug, nämlich dem des Schwarzen Korps der Knesebecker Schützengesellschaft, der auf seinem Gebiet mit zum Besten gehört, was diese Szene zu bieten hat, und sehr aktiv und erfolgreich ist. Nur muss man diese Musik auch mögen. Für Neugierige gibt es den blau unterlegten Link. Viele denken bei so etwas an Militarismus, aber ich kann versichern, dass diese Leute nicht dazu neigen, sondern vor allem das wollen, was Aktive in Vereinen meisten in erster Linie wollen: Gemeinschaft erleben. Eigentlich erscheint diese Konstellation als „nicht zusammenpassend“, aber man macht als Spielmannszug 1. nicht nur Marschmusik und 2. hört auch jemand mit einer Querflöte im Haushalt auch noch anderes. Und zudem gibt es bei Musikveranstaltungen immer gewisse Synergien: Einer lernt vom anderen. Wenn nicht direkt musikalisch, dann auf allen anderen Ebenen.

Die Ansagen am Anfang eines solchen Events. Hier kann man schon die ersten Variationen in der Beleuchtung erkennen.

Die ersten Auftritte bestreiten immer die Schüler. Hier hat der Gesetzgeber einen Riegel vorgeschoben, den alle Veranstalter beachten müssen. Der frühe Beginn der Veranstaltung ist dem geschuldet, weil er den Schülern zum einen einen Auftritt ermöglicht und zum anderen den Anforderungen des Jugendschutzes Rechnung trägt.

Der erste Schüler. Ben Berke.

Hier mal ganz in Rot. Das sieht ja sogar schon nach einem Bild aus…

Man sieht hier schon sehr schön das am Anfang Beschriebene: Konzentration und nochmals Konzentration…

Nummer zwei ist in grün…

Die junge Dame auf dem nächsten Bild zeigt Ähnliches:

Sehr wichtig ist hier auch das Zeigen von Teilen des Drumsets. Auf das möglichst vollständige Zeigen des Gesichts achten!

Auch hier sieht man volle Konzentration bei Christina Luchs.

Das mit dem Jugendschutz sollte man wirklich erst nehmen. Der nächste Schüler ist kaum 10 Jahre alt:

Das Beisein des Lehrers sorgt bei Daniel Brandes für eine gewisse Hilfe zur Konzentration.

Hier gehen wir auch schon wieder in Richtung Konzentration. Lichtreflexe oder bestimmte Schatten(wie hier im Gesicht) lassen sich kaum vermeiden und gehören zur Atmosphäre auf der Bühne.

Bewegung muss gezeigt werden. Dabei ist wichtig, dass der Kopf gerade einigermaßen ruhig ist und die Bewegung sich auf die Hände konzentriert. Das hier ist ein Beispiel, dass sich aber so nicht immer verwirklichen lässt.

Zudem sollte man auch bei den Gesichtsausdrücken ein wenig auf die Menschenwürde achten. Gerade bei Schülern, vo allem, wenn es Kinder sind, ist das sehr wichtig. Eine herausgestreckte Zunge beispielsweise sieht eventuell „lustig“ aus, kann aber zu Hänseleien führen. Daher: Wenn man jemanden dabei erwischt, sollte das Bild nicht in der Öffentlichkeit gezeigt werden. Dann ist ein ernster Gesichtsausdruck besser.  Das kann dann so aussehen. Der nächste Schüler hat seine Zunge übrigens nicht gezeigt!

Wenn der Drummer wie Sven Jonas Kremer noch nicht die Größe eines Erwachsenen erreicht hat, kann man es auch mal mit einer anderen Kameraposition versuchen. Gut ausschauen tut’s trotzdem.

Ein Bild von der Seite ist manchmal auch sinnvoll. Man kann so sehr schön das genutzte Drumset erkennen und nicht nur erahnen.

Ähnliches Bild, anderer Ausschnitt.

Das Lob des Lehrers ist immer motivierend für einen Schüler. Vor allem, wenn das Ganze in der Öffentlichkeit passiert.

Die nächste Dame ist auch eine sehr schöne Studie. Auch eine Schülerin und ebenfalls begabt.

Eine durchaus intressante Studie: Was wurde gezeigt? Das Kit oder ein Portrait, das nicht den üblichen Standards entspticht, aber trotzdem seinen Ausdruck hat?

Hier mal ohne weiteren Text, das Bild von Senem Khalid spricht für sich…

Noch eine Studie. Übrigens: you did a good job, woman…

Schlagzeug zu erlernen oder wieder zu erlernen, ist immer spannend, wie dieser „Herr im gesetzten Alter“ demonstriert: Er spielte schon in den 1970er Jahren Schlagzeug und war etwas „eingerostet“, bevor er wieder begonnen hat, Unterricht zu nehmen.

Auch hier: Geballte Konzentration bei Reinhold Chudziak.

Schlagzeuger haben eine gewisse Trendenz zu sehr bequemer Kleidung. Solche „normalerweise No-Gos“ sind auf der Bühne normal und notwendig. Man braucht Bewegungsfreiheit.

Frontansicht für den Überblick…

…und Freude und Erleichterung über die gelungene Performance nebst dem Empfang der „Huldigungen“ des Publikums. Ich habe mit ihm geredet. Er hält sich übrigens nicht für göttlich!

Der nächste Schüler ist wieder etwas jünger.

Portraitstudie. Beinahe der Idealfall. Schärfe auf die Augen, Konzentration im Gesicht. Sascha Dregenuß heißt unser Protagonist.

Übersicht: Die Person des Jungen scheint hier in den Hintergrund zu treten.

Hier verschmilzt der Drummer mit seinem Werkzeug. Nicht das Idealfoto, weil das Gesicht leicht angeschnitten ist.

Etwas verspielter wirkt der nächste Schüler. Man achte auf den freundlichen Gesichtsausdruck. Er wird wohl der einzige gewesen sein, der bewusst mitbekommen hat, dass jemand seine Kamera auf ihn richtet. Übrigens kann auch „Kaspern bis zum letzten Moment“ auch ein Weg sein, sich auf einen Auftritt einzustellen.

Die Pose Paul Hopps sagt es deutlich: „Ich habe dich gesehen“

Ein bisschen Akrobatik muss auch sein. So etwas erarbeitet man sich mit der Zeit:

Eine Bewegungsstudie, die eventuell auch etwas über den Charakter ausdrückt…

…die nächste Bewegungsstudie. Interessantes Licht übrigens.

Auch hier gilt: Der Mann ist nicht abgelenkt. Aber gute Laune hat er, wie sehr deutlich zu sehen ist.

Beim nächsten sieht man bis zu einem gewissen Grand die Anspannung. Gut hinbekommen hat er seinen aber trotzdem oder vielleicht gerade deswegen.

Freundliche Worte des Lehrers beruhigen.

Portraitstudie von Jonas Peter Reimann, hier mal aus der Perspektive des Genossen Frosch.

…und eine Übersicht: Drummer allein mit seinem Set.

Bei der nächsten Dame handelt es sich um die Tochter eines der Top- Acts des Abends, Sissy Silva. Wie der Vater, so hier die Tochter….

Aktion. Hier sind die Sticks Gestaltungsmittel.

Konzentration.

…und noch eine Variation.

Sie meditiert übrigens nicht, wie ihr Vater das tut.

Die nächste Serie besteht fast ausschließlich aus Portraits. Bei dieser Dame kann man die Konzentration auch sehr schön sehen. Wie immer: Man achte auf die Menschenwürde und vermeide unwürdig wirkende Bilder. Das wäre nicht fair.

Zeigt Performance und sieht immer noch gut aus: Silvia Hanz

Das Gleiche gilt auch für dieses Bild: Es rockt und das sieht man.

Dieses Bild zeigt schon eine Grenze, die man nicht überschreiten sollte. Es zeigt Konzentration und immer noch Musik.

Auch hier gilt: Volle Konzentration. Die körperliche Arbeit des Drummens wird auch hier sichtbar und man kann merken, dass Musik nicht nur gespielt, sondern vor allem gefühlt werden muss.

Auch hier gilt das Gesagte.

Als nächstes kommen Maximilian Müller und „As we broke your Grin“, eine regionale Nu- Metal- Band. Hier gehen wir mal in eine andere Richtung, nämlich die des Sängers. Bei Bands liegt der Fokus fast immer auf ihm. In aller Regel kann der Sänger sich auf der Bühne am weitesten bewegen. Das liegt vor allem an den heutigen Funkmikrofonen; während Instrumente immer noch per Kabel mit den Verstärkereinheiten verbunden werden.

Sänger. Er ist die Hauptperson und damit auch das Hauptmotiv.

Übersicht der Band. Hier sieht man die klassische Konstellation: Am meisten tobt der Sänger, am wenigsten kann der Drummer das tun.

Ein bisschen dichter dran ist immer gut.

Nicht ganz so dicht dran. Im vorigen Bild „hört“ man ihn, in diesem irgendwie nicht.

Übersicht mit etwas mehr Aktion.

Wieder zurück zu den Drummern. Ein weiterer Schüler.

Wiederum: Eher sparsame Körpersprache, aber volle Konzentration.

…Übersicht

…und noch ein Portrait von Jan Niklas Cremer.

Der nächste Schüler:

Wieder einer von der Seite. Meistens hat man bei diesen Bildern die Wahl: Entweder werden die Füße von den Bühnenmonitoren abgeschnitten oder man fotografiert sie einfach nicht mit…

Auch hier zur Wiederholung: Das Gesicht sollte erkennbar bleiben.

…und nochmal was mit Aktion. Joran Beyer.

Die vorletzte Dame stammt aus Belgien, wie es hieß. Auch sie performte sauber und bot eine fotografisch sehr interessante Performance.

Auch eine sehr interessante Körperhaltung: Die Anspannung von Els Vanderweyer ist fast fühlbar.

Hier gilt das gleiche wie schon im vorigen Bild gesagt.

Viererserie. Gute Performance.

Wer vielleicht mitgezählt hat, dem wird aufgefallen sein, dass ich bisher, abgesehen von Tyronne Silva, genau 15 Schüler gezeigt habe. Nummer 16, der letzte von ihnen, gehörte zu denen, die sich auch schon mit dem Thema Komposition befassen: Er gilt als schon recht reif und kommt aus dem Ort. Sein Name ist Hannes Müller. Für außenstehende ein trivial klingender Name, aber seine Komposition war das genaue Gegenteil davon:

Um sich auf einen Höhepunkt vorzubereiten, fängt man erst einmal mit einem eher trivialen Foto an. Konzentration und…

…noch einmal aufgemerkt…

…noch ein Foto zum Warmwerden und dann…

…ist man auch in der Lage, solche Bilder wie dieses zu machen, das nicht nur einen bildnerischen Höhepunkt zeigt, sondern auch einen musikalischen…

…der hier langsam abklingt. Schöne Komposition, die Hannes da geschrieben hat. Ob das für meine Fotos gilt, weiß ich nie selbst.

Kommen wir zum ersten echten Top- Act des Abends, Martin May. Er handelt mit Instrumenten und Zubehör und gibt Unterricht. In Knesebeck war er aber vor allem, um aufzutreten.

Ein eher normales Bild, aber mit sichtbarer Aktion

Kommt auch gut. Man kann vor allem sehen, dass er schon recht weit ausholen muss, um das gesamte Set zu erreichen.

Hier ist es der Gesichtsausdruck: Ältere Drummer sind weniger eitel als z.B. Kids. Man kann dann die Anstrengung und den Gesichtsausdruck unter Konzentration deutlicher zeigen.

Portraitstudie. Die Sticks sind auch hier zu sehen, damit man nicht vergisst, was er macht.

Tendenziell sparsamere Bewegungen mit geringerem Showeffekt sind kein Zeichen einer sparsamen Performance, sondern von kurzen Wegen. Je besser der Drummer ist, desto schneller kann er arbeiten und desto kürzer muss der Weg der Sticks sein.

Auch hier wieder: Die Anstrengung ist im Gesichtsausdruck zu sehen. Und man kann auch hier wieder erkennen, dass die Wege mit der Größe des genutzten Drumsets größer werden. Und Martin misst immerhin rund 1,80m und ist damit kein Riese aber auch nicht gerade kleinwüchsig.

Der nächste und vorletzte Act ist Tyronne Silva, der Veranstalter des Abends. Seines Zeichens selbst ein bekannter Drummer mit exzellentem Ruf und ebenfalls als Lehrer tätig.

Auch hier beginnt das Ganze „gemütlich“:

Gut auf Konzentration. Hier noch in der „Warmspielphase“

Schöne Aktion, Ty. Hier kommt alles rüber, wie ich glaube.

Auch eine nette Aktion., aber nicht so schön wie die erste. Das kann aber durchaus auch an mir gelegen haben.

„Fachlich korrekte Bearbeitung“ des Beckens links im Bild. Wieder ein interessanter Gesichtsausdruck.

Hier wieder etwas ruhiger…

…um einen Größenvergleich „Mann vs. Drumkit“ zu sehen. Auch hier erkennt man wieder das Spiel Größeres Drumkit = längere Wege.

Allein schon wegen des Gesichtausdrucks ist dieses Foto einer meiner persönlichen Favoriten.

…wobei dieses Bild ähnlich beeindruckend ist.

…und das für das letzte Bild wieder etwas mehr Licht vorhanden war: Die Bewegung ist schon eingefroren. Die Stimmung kommt trotzdem rüber.

Ty ist auch derjenige, der sich ganz öffentlich auf seinen Auftritt einstellt. Er stammt aus Sri Lanka. Dort ist der Buddhismus sehr verbreitet und entsprechend tut er das durch eine kurze Meditation, wie bereits erwähnt.

Der letzte Top- Schlagzeuger des Abend war der wohlbekannte Manni von Bohr, seines Zeichens schon seit Jahrzehnten als Drummer unterwegs.

Pflichtübung: Tyronne Silva stellt Manni von Bohr vor…

Mittendrin und auch hochkonzentriert.

Typischer Fall: Verschlusszeit zu kurz, Bewegung eingefroren. Das Bild stammt übrigens auch aus der Performance und sieht nur aus wie gestellt.

Hier kann man sehr schön sehen, was man ausser den Trommeln noch braucht: Ein gewisser Vorrat an Sticks verschiedener Größen, Gewichte und Materialien erweitert die Möglichkeiten.

Hier einer mit Manni in Aktion…

…mit etwas mehr sichtbarer Aktion. Man sollte bedenken, dass er ein Freund der kurzen Wege ist: Theatralische Bewegungen sind bei ihm eher selten zu sehen. Es geht ausschließlich um die Musik.

Auch hier zu sehen: Wenig theatralische Bewegung, aber trotzdem leckere Performance.

…hier in etwas anderem Licht.

Zum Thema Fokussierung: Er macht das während der Vorstellung und ansonsten vielleicht in der letzten Minute vor dem Auftritt in der Kabine. Hat jemand auf den seinen Gesichtsausdruck bei seiner Vorstellung geachtet? Ty nicht mehr ganz zuhörend und im Gedanken bereits am Set, ist mein Eindruck.

Wer bei solchen Events Bilder macht, sollte jetzt noch nicht die Kamera einpacken, sondern bis zum Ende der Veranstaltung bleiben. Zudem gibt es immer einige „Pausenfüller“, die meistens auch interessant sind, hier war es eine Rock’n Roll- Tanzgruppe: nett anzuschauen und eine Möglichkeit, die Anlage etwas leiser laufen zu lassen. Das entspannt das Gehör:

„Mitnehmfoto“, das zwar nicht das wichtigste des Abends ist, aber trotzdem für den Ablauf des Abends wichtig ist.

Dann sollte man nicht vergessen, dass auch an der Peripherie noch etwas passiert. Das können angetroffene Kameraleute sein, die Videoaufnahmen für den Veranstalter machen sein, andere Fotografen und vor allem das Publikum.

Kamermann bei der Arbeit.

Nicht soooo wichtig ist es, alle einzelnen Teilnehmer dabei aufzunehmen, wie sie auf die Bühne kommen. Aber wenn es sich bietet, sollte man schon ein Gruppenfoto mitnehmen, dass alle zeigt.

Auch wichtig und immer sehr gern gesehen, vor allem, wenn es nicht das einzige Bild ist, schafft das einen netten Abschluss.

Gern gesehen sind immer auch Fans. Am besten ist, man fotografiert sie direkt vor der Bühne, was aber nur Sinn macht, wenn sie direkt davor stehen. Die Knesebecker sind etwas anders: Man weiß, dass der Klang der Anlage angenehmer ist, wenn man ein paar Meter von den Lautsprechern entfernt steht und verhält sich entsprechend. Direkt an die Bühne gehen eigentlich nur die Fotografen, Kameraleute und die, die dort etwas zu arbeiten haben. Zudem hat das den Vorteil, dass genug Rettungsweg für den Notfall bleibt. Nur für Fotografen ist das von Nachteil: Performace und Publikum passen so nicht auf ein Bild, obwohl die Zuhörer sehr bei der Sache waren.

Gebannte Zuschauer. Die beiden im Vordergrund haben selbst getrommelt. Und wer ist wohl das kritischste Publikum von Drummern?

Den endgültigen Abschluss des Abend hat die am Ort bekannte Band namens Mopilots bestritten. Diese Quartett bestreitet vor allem Parties und Schützenfeste in der Region. Eine Band mit einem Sänger lässt das Drumset natürlich immer in den Hintergrund treten, der Sänger wird zur wichigsten Person.

Und mit dem fangen wir hier auch an:

„Torf“ alias Olaf Schiewe. Eine Rockröhre vor dem Herrn.

Aktion: Man drückt sich nicht nur musikalisch aus, sondern auch körperlich. Das ist für einen Sänger nämlich unbegrenzt möglich.

Des Weissbrods Streichelzoo. Manche sagen auch Tretminen dazu. Ohne Effekte wird das nix mit der Gitarre.

Streichelzoobesitzer und Gitarrist Matthias Weissbrod.

Alexander Kirchhoff mit Schlagzeug.

Eine weitere Pose von Torf.

…und eine viel bessere Pose…

Auch typisch für ihn: Auch hier ist die Konzentration deutlich zu sehen.

Bassist Stefan Kirchhoff: Die Beinschiene ist das Resultat eines Bruchs, den er sich beim Pogotanzen zugezogen hat.

Ich denke, das war es soweit. Zum Schluss noch einmal eine kurze Wiederholung des bereits gesagten:

  • Rücksicht auf das Publikum nehmen.
  • Es gilt die „Fire-and-Scoot“-Regel: Feuern und abhauen, vor allem, wenn Publikum hinter einem steht. Man kann später immer noch für einige Sekunden stören. Und: Andere wollen auch Bilder machen.
  • Nicht mit etwas angeben, das ihr nicht habt, nicht wisst oder nicht könnt.
  • Beim Veröffentlichen von Bildern darauf achten, dass zumindest die Schüler einen würdigen Eindruck auf den Bildern machen. Erfahrene Leute können etwas „weniger schöne“ Bilder vertragen, weil sie wissen, wie sie aussehen und bereits akzeptiert sind, wie sie sind.
  • Denkt an die Peripherie: „Pausenfüller“, Publikum, andere Fotografen etc.
  • Nicht auf die Bühne gehen, wenn es nicht ausdrücklich erlaubt ist. Das Event in Knesebeck war eine Riesenausnahme, die mit Dankbarkeit und Umsicht zu genießen ist: Aufpassen, wo man hintritt: Kabel liegen überall auf der Bühne und es ist auch sinnvoll, nicht irgendwelches Equipment anzurempeln.
  • Seid zurückhaltend und sachlich und stört die Musiker nicht vor ihrer Performance.
  • Die Bühne im Vorfeld checken, wenn das möglich ist. Man kann eventuell mit weniger Ausrüstung arbeiten.

Technik, die dabei sein sollte:

  • Lichtstarke Objektive: Ich habe ein 24-70/2,8, ein 1,8/85er Tele und ein 1,4/50 dabeigehabt. Ein 70-200 oder so mit Mindestlichtstärke 2,8 sollte normalerweise auch dabei sein. Nur hier war das nicht notwendig.
  • Das Blitzgerät ist das überflüssigste Zubehörteil. Es kann zuhause bleiben.
  • Speicherkarten in ausreichender Menge.
  • Reserveakku. Der meiner 5D2 reichte zwar für die gemachten 944 Aufnahmen und noch viel weiter, aber so etwas kann kaputtgehen.
  • Eine dicke Jacke bietet durch ihre Steifheit eine gewisse zusätzliche Stützfunktion, anbehalten, man kann nach dem Event immer noch duschen  gehen, wenn man verschwitzt ist…
  • Unauffällige Kleidung ist Pflicht. Ich hatte eine ockerfarbene Jacke, weil sie im vorhandenen Bühnenlicht am unauffälligsten war.
  • Sehr wichtig sind leise Schuhe. Hier war das nicht unbedingt notwendig. Aber bei klassischer Musik sind Sneakers (oder Turnschuhe mit dicken weichen Sohlen) besser zum „Herumschleichen“ geeignet.

Ich hoffe, ihr könnt mit dem Gebotenen etwas anfangen.